Operette: Orpheus in der Unterwelt

Ehestreit in der schrägen Götterwelt

Jacques Offenbach hatte bei der Komposition seiner Operette "Orpheus in der Unterwelt" reichlich Schalk im Nacken. Bei ihm sind Orpheus und Eurydice, das Liebespaar der Antike, ein zerstrittenes Ehepaar, und er degradiert Orpheus, den begnadeten Sänger, überdies zu einem ambitionierten Geigenlehrer.

Seine Operette ist ein amüsantes Spiel der Gefühle, doch am Ende muss die Harmonie siegen.

Philipp Stölzl will nun Offenbachs Werk als Steilvorlage zu einer absurd-witzigen Neuinszenierung nutzen. Ohne Orchester, dafür mit einer Combo bringt er das Werk auf die Bühne. Das Libretto stammt von Thomas Pigor, einem Experten des Musikkabaretts. Übertriebener Ernst ist von ihm nicht zu erwarten. Und wie zu Offenbachs Zeiten lässt auch Stölzl singende Schauspieler auftreten. Dazu gehören Stefan Kurt als Orpheus, Ben Becker als Pluto, Gustav Peter Wöhler als Jupiter, Hans-Michael Rehberg (Styx), Cornelius Obonya (Öffentliche Meinung) und Irene Rindje (Juno). Eurydice wird von Evelin Novak gesungen.

Klassik: Staatsoper im Schiller Theater , Bismarckstr. 35, Tel. 20 35 45 55. Premiere am 16. Dez., 19.30 Uhr