Donnerstag: Theater

"Tage unter" mit Udo Samel

"Tage unter" ist ein Stück, das von menschlichen Abgründen handelt, und es erzählt vom Beherrschen und Beherrschtwerden. Der Besitzer eines abgelegenen Hauses greift ein junges gestrandetes Mädchen auf und sperrt es in einen Bunker unter seinem Keller.

Er muss es retten, glaubt er irrwitzigerweise, und dafür ihre Persönlichkeit brechen. Der Entführer wird zum einzigen Orientierungspunkt für das Mädchen, selbst als sie wieder frei ist. Nachdem noch ein junger Mann gefangen wird, gerät die Situation vollends aus den Fugen.

Man assoziiert schnell den Fall Kampusch mit diesen Ereignissen. Der norwegische Dramatiker Arne Lygre betont aber, dass er "Tage unter" sicher nicht geschrieben hätte, wenn der Fall Kampusch früher ans Licht gekommen wäre. Vielmehr "kreist mein Theater um die Frage der Identität, der Veränderung von Identität, sei es aus dem inneren Verlangen einer Person oder durch jemanden anderen erzwungen." Es spielen Bettina Kern und Udo Samel.

Theater: Haus der Berliner Festspiele , 15.-18. Dez., 20 Uhr, Tel. 25 48 91 00