Unter 20 Euro

Das nackte Vergnügen im zweiten Hinterhof

Berlins Hinterhöfe hüten noch immer so manches kulinarische Geheimnis, das entdeckt werden will. Eines davon ist das Naked Lunch, das etwas versteckt im zweiten Hinterhof an der Anklamer Straße sein Domizil hat. Das Restaurant verfügt über einen großen Gastraum mit weißer Backsteinwand, edlen hellen und grauen Möbeln und riesigen Lampen mit viel indirektem Licht.

Große Berlin-Fotos wie jenes des einst beliebten Riesenrades im ehemaligen Freizeitpark Plänterwald ergänzen das Inventar.

Mittags lockt das Restaurant mit Businesslunch, abends gibt es die feine Küche. Große Fenster lassen einen Blick auf angrenzende Innenhöfe zu, Fresien stehen auf jedem Tisch. Von Straßenlärm keine Spur. Etwas Jazz kommt aus den Lautsprechern. Die ganze Konzentration ist somit auf die kleine Karte gerichtet. Man legt dort viel Wert auf regionale Produkte und Frische und verzichtet somit gänzlich auf Geschmacksverstärker. Eben "naked", nackt.

Es stehen Müritzer Bachsaibling mit Kartoffelstampf und Fenchel-Orangen-Salat, Brandenburger Kaninchenkeule mit Polenta und Tomatenragout oder Entrecote vom Uckermärkischen Bio-Rind mit Selleriepürree und Portwein-Schalotten zur Auswahl. Wir entscheiden uns für die Kaninchenkeule und werden nicht enttäuscht. Das Fleisch ist zart, angenehm gewürzt und schwimmt in einer aromatischen Sauce. Die Polenta ist im Einklang mit Fleisch und Gemüse. Dazu gibt es einen Riesling, der mit seiner Frische und Spritzigkeit perfekt zum Essen passt.

Das Personal ist höflich und diskret. Das Naked Lunch überzeugt auf ganzer Linie und schont den Geldbeutel. Etwa 80 Leute haben dort bequem Platz. Mit seiner regionalen, sehr gehobenen Küche, den wechselnden Malereien und Fotografien und der lauschigen Hinterhof-Atmosphäre wird ein Besuch zur kleinen Wohltat.

Naked Lunch Anklamer Straße 38, Mitte, Mo.-Fr. ab 11.30, So. ab 10 Uhr, Tel. 30 34 64 61

Bewertung

Geschmack *****

Ambiente ****

Service ****

Preis/Leistung ****

Gesamt ****

Höchstwertung: *****