Ausflugstipp

Ein Rundgang im Westen von Lichterfelde

Unser Spaziergang beginnt am S-Bahnhof Lichterfelde-West. Dieser war in den Zeiten der Alliierten und der Mauer sozusagen der Hauptbahnhof der amerikanischen Streitkräfte.

Das Abfertigungsgebäude im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs ist inzwischen abgerissen, nur ein Stummel des Bahnsteigs steht noch, von dem aus die amerikanischen Militärzüge via Helmstedt zumeist nach Frankfurt am Main ins europäische US-Hauptquartier fuhren.

Vom Bahnsteig der S-Bahn kommend gehen wir im Tunnel links gen Westen Richtung Knesebeckstraße. Zwei Restaurants liegen an dem kurzen Teilstück bis zur Adolf-Martens-Straße. Wir biegen in die Straße ein, die nach dem ersten Leiter der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) benannt ist. Wir laufen auf die Gebäude zu, in denen im Bereich von Gefahrstoffen und -gütern geforscht und genormt wird. Unter anderem ist man hier für die Zulassung von Silvesterknallern zuständig. Links eine Besonderheit für Lichterfelde-West: Reihenhäuser. Üblich sind in der ersten und ältesten Villenkolonie Berlins freistehende Villen oder Mehrfamilienhäuser. Gegenüber liegen ein Wohnheim des Deutschen Roten Kreuzes für geistig behinderte Erwachsene und daneben eine Kindertagestätte.

Wir erreichen die stark befahrene Straße Unten den Eichen, Teil der Bundesstraße 1. Gegenüber der BAM befindet sich das Bundesinstitut für Risikobewertung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in einem wilhelminischen Klinkerbau mit Türmchen. Weiter geht es rechts entlang bis zur Drakestraße, die zusammen mit dem Bahnhofsvorplatz am S-Bahnhof das Geschäftszentrum von Lichterfelde-West ist. In der "Villa Drake" (Nr. 49) hat das "Theater Lichterfelde" seine Spielstätte und präsentiert vor allem Stücke und Workshops für Kinder. Daneben, in dem denkmalgeschützten ehemaligen Kino, ist ein Bio-Supermarkt eingezogen. Von der Drakestraße geht es hinein in die Ringstraße mit Kopfsteinpflaster, Gasbeleuchtung, altem Baumbestand und zum Teil freistehende Villen, von denen viele unter Denkmalschutz stehen.

An der "Villa Schwerdtfeger" (Nr. 28) erklärt eine Tafel die Restaurierungsarbeiten. Wir passieren den Karlplatz und biegen ein in die Baselerstraße. Sie erweitert sich an der Curtiusstraße zum Vorplatz des S-Bahnhofs mit pittoresken Häusern und kleinen Geschäften. Das u-förmige, schön renovierte Haus mit aufgesetztem Türmchen (Nr. 2-4) mit der Aufschrift "West Basar Anno 1897" ist eine Ladenzeile aus der Gründerzeit. Hier am Endpunkt unseres Spaziergangs gibt es mehrere Restaurants zum Einkehren.