Trus Top-Tipp

Wo der Pfeffer wächst

Spreeradio-Moderator Jochen Trusempfiehlt Red Hot Chili Peppers

Zum Anschauen: Restaurant Auerbach, Köpenicker Straße, Kreuzberg, am Anfang der 90er-Jahre, es ist ein Uhr früh. Mein Freund Manne Praeker, Bassist der Nina Hagen Band, später dann bei Spliff, sitzt vor dem Tresen. Ich, Anfang 20, das Studium durch Kneipenjobs finanzierend, stehe dahinter. Die letzten Gäste haben den Laden verlassen, wir drehen das damals nagelneue Red Hot Chili Peppers-Album "Mother's Milk" so laut auf, dass die handbemalten Bleikristallfenster auf die Straße raushüpfen wollen und die im Haus ansässigen Anthroposophen "Ruhestörung!" brüllend aus ihren Betten fallen. Mit der Band aus L.A. wurde der Rock funky, und hoffentlich wird's auch richtig laut am Sonntagabend in der O2 World.

Zum Anhören: Ihr Crossover-Sound, der Rock, Funk und Punk verwebte, mit Unterstützung des Parliament-Dinosauriers George Clinton und den James Brown-Weggefährten Maceo Parker und Fred Wesley Mitte der 80er auf den Weg gebracht, gipfelte '91 in ihrem großartigen Album "Blood Sugar Sex Magik". "Californication" ist der bekannteste Longplayer, die aktuelle Comeback-Scheibe heißt "I'm with you". Verzerrte Gitarrenrückkopplungen, treibende energetische Drums und tiefschwarze, mitunter bedrohliche Basslinien lösen sich in mitreißenden Melodien auf.

Weitere Tipps des beliebten Moderators bekommen Sie bei "Jochen Trus am Morgen" auf 105'5 Spreeradio