Komische Oper: Carmen

Liebe und Freiheit

Sie betört die Männer und spielt mit ihrer Leidenschaft, doch die Regeln des Spiels bestimmt sie selbst.

Mit einem radikalen Freiheitswillen jenseits aller gängigen Moralvorstellungen vertritt "Carmen", die Titelfigur in Georges Bizets Oper, ihre Liebe und wird gerade dadurch zum unwiderstehlichen Objekt männlicher Begierde. Ein Spiel, das tödlich enden kann.

Sebastian Baumgarten, dem mit der Operette "Im Weißen Rößl" ein schöner Erfolg an der Komischen Oper gelang, hat "Carmen", eine der meistgespielten Opern überhaupt, neu inszeniert. Bizet tauchte sein Werk schon reichlich in Folklore, was die strengen Rahmen des Genres eigentlich sprengt, "Carmen" jedoch zu einem Publikumsrenner werden ließ. Da finden sich der Stierkampf und der Flamenco, südeuropäischer Machismo, Zigeunerinnen-Romantik und Kastagnettengeklapper - das ganze Arsenal an Spanien-Klischees.

Auf diese Elemente wird Baumgarten nicht verzichten. "Bizet ist der Karl May der Opernkomponisten", sagt er. Doch man sollte keine historisierende Inszenierung erwarten: Diese "Carmen" ist eine moderne Frau, sie lebt jetzt und heute, und das wird die Bühne auch zeigen. Stella Doufexis spielt erstmals die Titelrolle.

Klassik: Komische Oper, Behrenstr. 55-57, Tel. 47 99 74 00. Premiere am 27. Nov., 19 Uhr