Kleine Entdeckungen

Hochbeete neben der Flugbahn

Wenn man durch den Eingang Oderstraßedas Tempelhofer Feld betritt und die Steintreppe hinabsteigt, hörte man es schon: Klong, klong, klong.

In verschiedenen Tonlagen und Intensitäten ertönte das Hämmern der fleißigen Gärtner der Initiative Allmende Kontor. Als würden sie beständig und geduldig Teile für eine Arche zusammenhämmern, die bei sinnflutartigem Regen Pflanzen, Blüten, Früchte und Samen bewahren könnte. Das ist durchaus eines der Ziele des städtischen Gartenprojekts: einen Saatgutspeicher anzulegen für und von Berliner Gemeinschaftsgärten. Die Hobbygärtner aus dem ganzen Stadtgebiet zimmerten allerdings kein Boot, sondern Hochbete aus alten Planken, Tür- und Fensterrahmen oder alten Schranktüren, um Blumen, Gemüse, Kräuter oder Bäume auf dem sonst so weiten Feld auszusetzen. Seit dem Frühjahr 2010 hat sich das Biotop ausgebreitet wie eine Laborkultur auf einem Nährboden. Gartenfreunde haben sich Bänke gebastelt, Schirme aufgestellt, entspannen, halten Kaffeeklatsch oder genießen die Aussicht in den freien Himmel. Bis es eine endgültige Entscheidung über die Nutzung des Flughafens gibt, und bis die Witterung sie hindert, wuchern die Pflanzen weiter.