Ausflugs-Tipp

Vom "Hoftapezierer" zu den Kindern vorm Rias

Start und Ziel unserer Kiez-Exkursion ist der U-Bahnhof Rathaus Schöneberg. Wer aussteigt, steht auf der Carl-Zuckmayer-Brücke, die von prächtigen, steinernen Figuren - Wassergöttern und Nymphen - verziert wird.

Wir gehen nach rechts Richtung John-F.- Kennedy-Platz, den wir trotz seiner historischen Bedeutung heute links liegen lassen. Auf der rechten Seite der Martin-Luther-Straße geht es zum Amtsgericht Schöneberg, das einen Blick wert ist. Es ragt an der Ecke Grunewaldstraße mit seinem Türmchen imposant gen Himmel. Das neobarocke Justizgebäude - in den Jahren von 1901 bis 1906 gebaut - markiert den Übergang zum Jugendstil. Am Wartburgplatz liegt das bezirkliche "Jugendkulturcentrum Weiße Rose" mit dem Jugendtheater Strahl. Der nahe kleine Park wird von einem Spielplatz mit lustigen "Holzburgen" dominiert. Hinter der Wartburgstraße fällt links das rote Backsteingebäude ins Auge. Wo heute die Polizei abgeschleppte Privatautos sicherstellt, gab es noch bis in die sechziger Jahre einen Straßenbahn-Betriebsbahnhof.

An der Belziger Straße angekommen, liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Friedhof Alt-Schöneberg, der sich bis zur alten Dorfkirche erstreckt. Die älteste Grabstätte des Friedhofs ist von 1718: Es ist das Grab des "Königlichen Hoftapezierers", Geburtsjahr 1643. Entlang der Friedhofsmauern säumen prächtige Mausoleen das überschaubare Totenfeld, denn hier bestatteten auch zahlreiche Schöneberger "Millionenbauern", die durch Landverkauf zu Reichtum kamen, ihre Angehörigen. Wieder auf der Belziger Straße, wenden wir uns nach links dem am Rathaus gelegenen Rudolph-Wilde-Park zu. Am Biergarten "Platzhirsch" passieren wir den Brunnen mit dem "Goldenen Hirsch". Auf der südlichen Seite des Parks erreicht man auf dem Parkweg parallel zur Fritz-Elsas-Straße das Haus des ehemaligen Rundfunksenders Rias, das heute das "Deutschlandradio Kultur" beherbergt. Der "Rundfunk im amerikanischen Sektor" und seine Moderatoren trugen in der Nachkriegszeit und zu Mauerzeiten viel dazu bei, dass die Berliner die Amerikaner bis heute in guter Erinnerung haben. Wer jetzt noch Lust und Kraft hat, spaziert durch den Wilmersdorfer Volkspark. Gleich am Rias gibt es den Biergarten "Pusteblume". Ein schöner großer Spielplatz mit Tischtennisplatten zieht Familien an. Schräg dahinter liegt der 1971 gebaute Volksparksteg, eine an Pylonen und Schrägseilen hängende Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Bundesallee. Hinter dem Steg gehen wir weiter, doch an der Blissestraße kehren wir auf der anderen Seite des Parks zum Rathaus Schöneberg zurück.