Ausflugstipp

Unterwegs durch die Geschichte Charlottenburgs

Wir beginnen unseren Rundgang am U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz und gehen in Richtung Rathaus Charlottenburg die Otto-Suhr-Allee entlang. Imposant ist der 89 Meter hohe Turm des Rathauses. Im Inneren wirkt der 1905 eingeweihte Bau düster und wuchtig.

Wir folgen der Otto-Suhr-Allee in östlicher Richtung, und biegen links in die Warburgzeile ein. An der Ecke Alt-Lietzow liegt das bei Hochzeitspaaren sehr beliebte Standesamt. Hier, in Alt-Lietzow, findet sich mit dem alten Dorfkern die Keimzelle Charlottenburgs.

Wir treffen auf ein katholisches Zentrum mit der 1877 eingeweihten Herz-Jesu-Kirche (Alt-Lietzow 23) und seiner dreischiffigen Basilika. Nicht weit davon entfernt sind das Caritas-Zentrum (Nr. 31) sowie, in der alten Feuerwache, die Berlin-Zentrale des Malteser-Hilfsdienstes (Nr. 33) beheimatet. Auf einem Vorplatz an der Kirche steht das Denkmal für die Gefallenen der preußischen Kriege von 1864, 1866 sowie 1870/71. An der Ecke Alt-Lietzow/ Röntgenstraße erreichen wir die evangelische Kirche Alt-Lietzow. Der zeltartige Bau aus den 60er-Jahren hat einen frei stehenden Turm. Die Glocke hängt unter einem Vordach über der Kirchentür.

Auf der Röntgenstraße überqueren wir die Spree. Die Fußgängerbrücke wurde im Jahr 1900 fertig gestellt. Am nördlichen Ende der Röntgenbrücke führt ein Trampelpfad ans Spreeufer. Von dort geht dieser weiter bis zu einem offen stehenden Tor. Bis dorthin ist der Uferwanderweg am "Spreebord", dem einstigen Spreeport-Spreehafen, ausgebaut. Landseitig blicken wir von hier aus auf das Heizkraftwerk Charlottenburg, das im Jahr 1900 erstmals ans Netz ging. Direkt daneben steht der Neubau der 1897 gegründeten Bildgießerei Noack. Der Familienbetrieb hat bereits für Künstler wie Käthe Kollwitz, Anselm Kiefer oder Georg Baselitz gearbeitet. Davor liegt an der Caprivibrücke ein Biergarten gleichen Namens. Der Charlottenburger Leo Graf von Caprivi war von 1890 bis 1894 Reichskanzler.

Auf dem gegenüber liegenden Ufer fällt die hellblaue russisch-orthodoxe Kirche auf, die erst 2010 zwei goldene Türmchen bekommen hat. Über die Wintersteinstraße geht es zurück zum Richard-Wagner Platz.