Film: Mama Afrika

Miriam Makeba

Eigentlich kann man bei einem Dokumentarfilm über Miriam Makeba nichts falsch machen. Die in Südafrika geborene Sängerin hat eine so interessante Biografie, dass es ausreichen würde, Archivmaterial aneinander zu montieren und dazu die Daten und ein wenig Hintergrund einzusprechen.

Fertig wäre ein einnehmendes Werk über die 2008 Verstorbene.

Mika Kaurismäki macht in "Mama Africa - Miriam Makeba" nicht viel mehr: Chronologisch fügt er Fotos und Aufnahmen von Live-Auftritten aneinander, schneidet Aussagen von Zeitzeugen dazwischen und lässt so Leben und Karriere der Ausnahmesängerin Revue passieren. Alles wunderbar - und so interessant, dass man auf den zweiten Blick entdeckt, wie viel mehr man daraus hätte machen können. Da ist der Image-Wandel, den Makeba vollzieht: Zu Beginn in den 50er Jahren trägt sie Satinkleider nach westlichem Schnitt, im Exil beginnt mit farbigen Kopftüchern die "Afrikanisierung" ihrer Aufmachung. Auch über ihr nie unproblematisches Bündnis mit Stokely Carmichael hätte man gerne mehr erfahren.

Doku: FIN/D, 78 Min., von Mika Kaurismäki, mit Miriam Makeba

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