Ausflugs-Tipp

Spaziergang gen Hotel Riviera und Rinderroulade

Die Regattastraße im Köpenicker Ortsteil Grünau führt vom Teltowkanal entlang der Dahme bis zum Olympiastützpunkt der Ruderer und Kanuten, unmittelbar vor dem Freibad Grünau. Wir aber beginnen unseren Spaziergang am 1866 eröffneten S-Bahnhof Grünau (Linien S 46, S8 und S 85).

Entlang der Wassersportallee geht es von dort aus Richtung Dahme. Kurz vorher, linkerseits in die Eibestraße, lohnt sich ein kleiner Umweg. Schon nach wenigen Metern stehen wir auf dem Don-Ugoletti-Platz. Hier thront die 1906 geweihte und 2006 sanierte evangelische Friedenskirche. Don Ugoletti war Pfarrer im norditalienischen Albinea. In der dortigen Villa Rossi waren 1944 fünf Wehrmachtsoldaten erschossen worden, weil sie insgeheim die kampflose Übergabe der deutschen Kommandantur vorbereiteten. Unter ihnen war Hans Schmidt aus Johannisthal. Der Katholik Alberto Ugoletti sorgte dafür, dass die Erschossenen nicht verscharrt, sondern christlich beerdigt wurden. 2008 erhielt der Platz vor der Kirche seinen Namen. Vom Don-Ugoletti-Platz sind es noch wenige Schritte bis zur Regattastraße.

Wir halten uns rechts und laufen zurück bis zur Kreuzung Wassersportallee. Die endet links am Anleger der Fähre nach Wendenschloss. Sie verkehrt das ganze Jahr. Doch wir bleiben am diesseitigen Ufer und laufen die Regattastraße weiter, vorbei an Bootshäusern und Ruderclubs, die mehrheitlich unter Denkmalschutz stehen. Vielen ein Ärgernis sind die Ruinen des Gesellschaftshauses und des Hotels Riviera. Hierfür hat sich nun aber eine Investorin gefunden.

Die erste Querstraße rechts ist nach Friedrich Wilhelm Georg Büxenstein (1857-1924) benannt. Der war Schriftführer des Berliner-Regatta-Vereins, Geheimer Kommerzienrat, preußischer Hofbuchdrucker und Erbauer des Jagdschlosses Hubertusstock am Dolgensee. In Grünau wurde ihm 1925 ein Denkmal gesetzt. Der Regatta-Verein war gegründet worden, um eine "unabhängige Kooperation" der Rudervereine zur Ausrichtung von Wettkämpfen zu ermöglichen. Bereits 1880 war in Grünau die erste Ruderregatta ausgetragen worden. Mithin ist es die älteste, noch immer genutzte Sportstätte Berlins. 1936 kämpften auf der Dahme Ruderer und Kanuten um olympische Medaillen. Wegen des Schiffsverkehrs und der Strömung genügt die 2000-Meter-Bahn heute nicht mehr internationalen Standards.

Am Ende der Regattastraße residieren der erfolgreiche Sportclub Berlin-Grünau sowie das Bundesleistungszentrum für Kanu und Rudern. Wer weitergeht, findet entlang der Dahme wunderbare Wanderwege. Auf dem Rückweg zur S-Bahn kann man im Café Liebig einkehren. Im Jugendstil-Ambiente gibt es Wiener Flair und Rinderroulade. Geöffnet ist nur nachmittags.