Cirkus Columbia

Kriegs-Groteske

2001 gewann Danis Tanovic mit "No Man's Land" den Auslands-Oscar und verhalf dem Balkan-Kino zum Durchbruch. Nun kehrt der Bosnier in seine Heimat zurück.

"Cirkus Columbia" beschreibt die beginnenden Wirren des Bosnien-Krieges aus der Perspektive eines Rückkehrers.

Divko Buntic (Miki Manojlovic) kommt 1991 mit seiner jungen Geliebten Azra (Jelena Stupljanin) in sein Heimatdorf in der Herzegowina zurück. Erst kommt es zum Streit mit Ex-Frau Lucija (Mira Furlan), kurz darauf machen ihm kroatische Nationalisten das Leben schwer. Tanovic erzählt den Beginn des Krieges als Groteske, verlässt sich aber allzu sehr auf das furiose Schauspiel von Miki Manojlovic. Der ist, gemeinsam mit seiner Partnerin Mira Furlan, auf eine Mischung aus schrillem Witz und weichem Herz hinter harter Fassade getrimmt, was der eher im Kriechgang vor sich hin tröpfelnden Dramaturgie burlesken Charme und menschelndes Understatement verleiht - eine wohltuend kritische, zuweilen schwarze, aber an filmischen Höhepunkten arme Tragikomödie.

Drama: MF/GB/B/BIH/SRB/SLO/D 2010, 113 Min., von Danis Tanovic, mit Miki Manojlovic, Mira Furlan, Boris Ler