Best of Berlin

Zeit zu handeln

Alte Apfelsorten und Lammfelle, Molkereiprodukte und Puppenkleider - auf Wochenmärkten kaufen die Berliner Originelles und Gesundes, oder pflegen einfach nur gute Nachbarschaft

Spandau: Junges Gemüse und rares Obst

1. Vor allem Gemüse aus der Umgebung, zum Teil selbst angebaut, und Spezialitäten wie alte Apfelsorten bieten die Händler inmitten der Spandauer Altstadt ihren Kunden an. Den Markt gibt es seit rund 20 Jahren. Klein und fein ist das Markttreiben an den rund 25 Ständen. Vier Mal in der Woche sind die Händler vor Ort, außer zur Adventszeit, dann müssen sie dem Spandauer Weihnachtsmarkt weichen. Bei schönem Wetter stellt die benachbarte Konditorei Stühle vor die Tür. Dort ist dann Gelegenheit, eine leckere Einkaufspause einzulegen.

Havelländischer Land- und Bauernmarkt Marktplatz, Spandau, U7 Altstadt Spandau, Rathaus Spandau Mo., Di., Do. Fr. 9-19 Uhr

Moabit: Käse neben Naturfarben

2. Sie ist die wahrscheinlich kürzeste Straße Berlins, doch für einen Ökomarkt auf dem Areal vor der Heilands-Kirche reicht der Platz an der Thusneldaallee allemal. Seit 15 Jahren existiert der Markt. Brandenburger Anbieter präsentieren an 15 bis 20 rot-weiß gestreiften Ständen ökologische Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Backwaren, Fisch, Honig und Käse. Auch Pullover aus Naturmaterialien und, ganz neu, Naturfarben findet man hier. Marktmeister André Burdach betreibt einen eigenen Stand mit Bio-Kaffee und Bio-Crêpes.

Ökomarkt Thusneldaallee Moabit, U9 Turmstraße, Mi. 12-18 Uhr

Neukölln: Orient trifft Bio und Design

3. Als "Türkenmarkt" hat er sich den Platz in vielen Reiseführern erobert. Der bekannte Neuköllner Markt am Landwehrkanal hat 2007 ein neues Motto bekommen: "BiOriental". Das steht für einen Mix aus traditioneller orientalischer Atmosphäre und Bio-Produkten. 120 bis 150 Händler sind an den beiden Markttagen der Woche am Maybachufer. Vor allem Obst, Gemüse und Lebensmittel offerieren sie ihrem touristischen wie einheimischen und jung-hippen Publikum. Sonnabends findet auf der Marktmeile mit "Neuköllner Stoff" ein Stoff-, Mode- und Designmarkt statt.

Wochenmarkt am Maybachufer Neukölln, U8 Schönleinstraße, U1, U8 Kottbusser Tor, Di., Fr. 11-18.30

Charlottenburg: Mehr als ein Jahrhundert Markttradition

4. Seine Bestimmung war von Anfang an klar: Der Karl-August-Platz wurde 1894 als schmucker Markt- und Kirchvorplatz angelegt. Mit rund 90 Ständen ist der Wochenmarkt heute der größte des Bezirks. Die Händler bieten vor allem Obst, Gemüse und Blumen an. Im Verkauf sind Besonderheiten wie verschiedene Zucht-Speisepilze, exotisches Fleisch wie Bison und alte Apfelsorten. Es gibt Schokolade, Flammkuchen und Raclette-Käse sowie Wein aus eigener Produktion. Man kann auch einfach einen Espresso trinken.

Wochenmarkt auf dem Karl-August-Platz Charlottenburg, U7 Wilmersdorfer Str., Mi. 8-13, Sbd. 8-14 Uhr

Prenzlauer Berg: Markt mit gutem Gewissen

5. An den rund 40 Ständen gibt es Bio-Ware aus Berlin und Brandenburg. Dass das Öko-Markttreiben auf dem Kollwitzplatz erst um zwölf Uhr mittags beginnt, ist der Frische geschuldet. Die Brandenburger Bauern ernten am Morgen und verkaufen ihre Produkte direkt im Anschluss. Es gibt Obst, Gemüse aber auch Fleisch, Brot, Eier aus dem Spreewald, Fisch aus der Löcknitz, Naturkosmetik, selbst geschneiderte Kinderkleidung, Naturstoffe, Fellprodukte und Keramik. Die Grüne Liga bietet an ihrem Stand Pilzberatung. Wer sich stärken will, hat eine internationale Auswahl. Dazu zählen etwa Crêpes, Waffeln, Suppen, Thüringer Bratwurst und Paella wählen.

Ökomarkt Kollwitzplatz Prenzlauer Berg, U2 Senefelder Platz, Do. 12-19 Uhr

Steglitz: Frischeschau an der Einkaufsstraße

6. Einst unter der Autobahn gelegen, wechselte der traditionsreiche Steglitzer Wochenmarkt Anfang der 90er-Jahre auf den eigens dafür umgebauten Hermann-Ehlers-Platz. 60 bis 65 Händler bieten drei Mal pro Woche ein umfangreiches Produktspektrum an. Der Fokus liegt auf Lebensmitteln sowie Bio- und Ökowaren. Im Angebot sind Gemüse, Obst und Fleisch, Wurst, Fisch und Geflügel, Molkereiprodukte sowie Honig. Eine Besonderheit ist der zwölf Meter lange Kartoffel-Zwiebel-Knoblauch-Stand. Ein Teeverkäufer, eine Kunsthandwerkerin sowie ein Tischdecken-Anbieter gehören zu den Händlern.

Wochenmarkt auf dem Hermann-Ehlers-Platz Steglitz S1, U9 Rathaus Steglitz, Di., Sbd. 7-14, Do. 7-18 Uhr

Kreuzberg: Ökoprodukte und Straßenmusik

7. Der Markt am Chamissoplatz ist in eine Alt-Berliner Stadtkulisse eingebettet. Seit 17 Jahren bietet einer der ältesten Ökomärkte der Stadt gleichbleibend gute Bio-Ware. Marktgänger treffen an den rund 25 Ständen auf Direktanbieter aus Berlin und Brandenburg. Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Käse und Brot sind immer im Angebot. Momentan sind ein Familienbetrieb mit griechischem Olivenöl und eine Berliner Aquarell-Künstlerin zu Gast. Alle zwei Wochen werden deutsche Weine verkauft. Immer wieder kann man im Bücherantiquariat stöbern. Wegen des großen Spielplatzes ist der Markt familiengeeignet. Zur Attraktivität tragen kleine Konzerte von Straßenmusikern bei.

Ökomarkt auf dem Chamissoplatz Kreuzberg, U6 Platz der Luftbrücke, U7 Gneisenaustr., Sbd. 9-15 Uhr

Hermsdorf: Hoffen auf ein Comeback

8. Früher war manches größer - oft täuscht einen die Erinnerung an Kindheitstage, doch der Wochenmarkt auf dem Fellbacher Platz im Hermsdorfer Zentrum war einst tatsächlich belebter. Das soll wieder so werden. Marktmeister Thomas Jörk arbeitet seit knapp einem Jahr daran. An einem Dutzend Ständen werden Obst, Gemüse und Wurstwaren, Bio-Produkte sowie Oliven angeboten. Mittwochs ist ein Fischhändler dort. Jörk selbst verkauft Obst und Gemüse, und ist mit seinem Stand bis auf sonntags vor Ort.

Wochenmarkt Fellbacher Platz Hermsdorf, S1 Hermsdorf, Mi., Sbd. 8-13 Uhr

Schöneberg: Shoppen und die Stadt genießen

9. Zweifellos der bekannteste Wochenmarkt Berlins. Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden auf dem Winterfeldtplatz Stände aufgebaut, sonnabends sind es bis zu 170. Die Auswahl ist groß: Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst, Fisch sowie Textilien und Accessoires findet man dort. Gegen Marktende gibt es Blumen billiger. Bei den Imbissen reicht das Angebot von Currywurst über Falafel und Pizza bis zu Crêpes. Man muss Zeit mitbringen: Schlangestehen und Gedränge sind kaum zu vermeiden. Ebenso wichtig wie der Einkauf ist das Sehen und Gesehenwerden. Geradezu Urlaubsgefühle wecken am Ende eines samstäglichen Marktbesuchs einige vertrödelte Momente in einem der vielen Cafés.

Winterfeldtmarkt Winterfeldtplatz, Schöneberg, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz, Mi. 8-14, Sbd. 8-16 Uhr