Ausflugs-Tipp

Vom S-Bahnhof zum Dorfkern Lichtenrades und zurück

Unser Spaziergang beginnt am S-Bahnhof Lichtenrade. Gleich neben dem Bahnhof steht seit Jahren ein großzügiger Fachwerksbau leer. Das ehemalige "Landhaus Lichtenrade" teilt sein Schicksal mit vielen einstmals beliebten Ausflugslokalen, die sich mittlerweile überlebt haben.

Dahinter, an der Steinstraße gelegen, findet sich die alte Mälzerei (1). Der backsteinerne Gründerzeitbau gehörte zur Schlossbrauerei Schöneberg, die nach dem Ersten Weltkrieg den Betrieb eingestellt hatte. Ein Investor hat beide Grundstücke erworben und plant dort ein Einkaufszentrum.

Zu beiden Seiten des S-Bahnhofs gibt es Geschäfte, Restaurants und Imbisse. Wir gehen die Bahnhofstraße in östlicher Richtung entlang. Vorbei an einem Kaufhaus, einem Discounter, einem Supermarkt sowie einer Vielzahl von kleinen Einzelhandelsgeschäften lohnt sich ein Schaufensterbummel. Auf der Straße finden zudem eine Reihe populärer Straßenfeste statt. Organisator ist die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, die beim "Maientanz", dem Wein- und Winzerfest oder beim Weihnachtsmarkt Geld für wohltätige Zwecke sammelt.

Von der Bahnhofstraße gelangen wir in die Goltzstraße, die am Lichtenrader Damm endet. Ein paar Schritte hinter der verkehrsreichen Kreuzung beider Straßen biegen wir von der Straße am Domstift links in die Straße Alt-Lichtenrade ein. Hier liegt das Zentrum des alten Bauerndorfes rund um Dorfteich und Dorfkirche. Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie märkische Gehöfte komplettieren das nostalgische Flair. Unter der Hausnummer 38 finden wir die "Alte Schmiede" (2), deren Geschichte auf einer Tafel nachzulesen ist.

Um den "Giebelpfuhl" herum, der als größter Dorfteich Berlins gilt, gibt es einen schönen Rundweg. Die Dorfkirche am Ufer, vermutlich im 14. Jahrhundert entstanden, hat einen schönen Kirchhof, auf dem historische Grabsteine des ehemaligen Friedhofes (3) stehen.

Neben Dorfkirche und altem Gemeindehaus liegt die alte Feuerwache (Alt-Lichtenrade 99), in der heute ein Kindergarten untergebracht ist. Daneben findet sich - unter gleichem Namen - ein Lokal, das sich für eine Rast anbietet. Hier werden allerdings nur Getränke serviert. Wer sich bei einem Essen stärken möchte, überquert die Groß-Ziethener Straße und findet das Speiselokal "Reisel" (Alt-Lichtenrade 83), das bereits seit 1866 besteht. In dem Traditionslokal gibt es auch eine Kleinkunst-Bühne. Wieder zurück zur S-Bahn geht es über die Groß-Ziethener Straße, die Straße Im Domstift und die Bahnhofstraße. Dabei kommt man noch am Volkspark (4)vorbei, der von einer Anwohnerinitiative mit Unterstützung des Bezirksamtes gepflegt wird.