Ausstellung

Fotografien von Friedrich Seidenstücker

Seine Bilder sind Teil des kollektiven Gedächtnisses jedenfalls der älteren Berliner. Der Fotograf Friedrich Seidenstücker hat unmittelbar nach Kriegsende das Leben in der zerstörten Stadt aufgenommen, unsentimental, genau, und doch mit einem kaum verborgenen Anklang von Fassungslosigkeit über den hinterlassenen Schrecken.

Seine Bilderserie vom verwüsteten Tiergarten zählt zu den Klassikern der modernen Stadtschreibung.

Aber bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren bildete Seidenstücker, der auch bekannt ist für seine unnachahmlichen Tierstudien, das hauptstädtische Alltagsleben ab, mit viel Sympathie für Berliner Witz und Lebensgefühl.

Diese verließ ihn auch nach 1945 nicht, schnell spiegelte sich in seinem fotografischen Blick der Überlebenswillen und die Hoffnung auf Normalität der Berliner wider. Die Berlinische Galerie zeigt nun in ihrer umfassenden Retrospektive 226 Fotografien von 1925 bis 1958: ein einzigartiges, bewegendes Zeitdokument.

Museen: Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124-128, Kreuzberg, Tel. 78 90 26 00. Eröffnung 30.Sept. um 19 Uhr. Mi-Mo 10-18 Uhr. Bis 6. Febr. 2012