Film

Mit viel Ironie: "Gianni und die Frauen"

Mit seinem launigen Altfrauen-Film "Festmahl im August" hat der 62-jährige Italiener Gianni Di Gregorio vor zwei Jahren einen erstaunlichen Debütfilm vorgelegt und sich als origineller Spätzünder einen Namen gemacht.

In seinem Zweitlingswerk bleibt er dem gefundenen Rezept treu: Wieder spielt er in der selbst geschriebenen Komödie die Hauptrolle, wieder einen Gianni, der eine dominante Mutter hat, wieder ist Rom Schauplatz. Aber sonst ist alles anders.

Der Gianni aus "Gianni und die Frauen" steht mitten im Leben. Was in seinem Fall ein ziemlich toter Punkt ist. Als Frühpensionär sieht er sich in die Rolle des Müßiggängers gedrängt, den die Frauen um ihn herum nicht mehr für voll nehmen. Die Ehefrau, mit der er schon lange nicht mehr das Bett teilt, beauftragt ihn mit unwichtigen Besorgungen, die Tochter behandelt ihn mit Herablassung und schlimmer noch, Mitleid; die hübsche Nachbarin flirtet mit ihm, aber nur so lange, wie sie ihn als Hundeausführer braucht. Aber noch will Gianni nicht zu den Greisen gehören, die Espresso schlürfend am Straßenrand sitzen. Er will noch einmal eine Frau erobern. Mit viel Melancholie und Selbstironie zeigt Di Gregorio den italienischen Mann in der Alterskrise.

Komödie: Italien 2011, 90 Min., von Gianni Di Gregorio, mit Gianni (Gianni Di Gregorio), Mutter (Valeria De Franciscis), Alfonso (Alfonso Santagata)

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