Bühnencheck

"Nuhr unter uns" in den Wühlmäusen

Dieter Nuhr hat eine kabarettistische Grundhaltung, die man bei vielen seiner Kollegen schmerzlich vermisst: Er keift weder Moralpredigten noch verlangt er von Afterwork-müden Zuschauern einen hochintellektuellen Parforceritt.

Im Gegenteil: Nuhr plaudert unangestrengt, intelligent und witzig und bietet auch mit seinem neuen Programm "Nuhr unter uns", das in den Wühlmäusen Berlin-Premiere feierte, allerfeinste Feierabendunterhaltung.

Wie immer redet Nuhr über Gott und die Welt. Bleibt der Ton auch freundlich, so schleichen sich doch mehr der hinterrücks bösen Gags ein als im vorangegangenen Programm. Zudem streift Nuhr politische Themen stärker. Natürlich geht es um Griechenland, Eurokrise und die bahnbrechende Problemlösung bei Geldmangel aus den USA: Einfach Geld nachdrucken. Nuhr philosophiert sich ungemein lässig durch sein gigantisches Themenspektrum, und ist, wie er sagt, bei all seinem Erfolg auch deshalb bescheiden geblieben, weil der Papst noch mehr Zuschauer habe als er. Und zwar mit einem Programm, das schon mehr als zweitausend Jahre alt ist.

Die Wühlmäuse Pommernallee 2-4, Charlottenburg, Tel. 30 67 30 11, Termine: 21-25. 9. um 20 Uhr, ausverkauft, evtl. Restkarten am Theater