Best of Berlin

In weiter Ferne, so nah!

Ob Aussichtsturm, Höhenterrasse oder Panoramarestaurant: Es gibt viele Möglichkeiten, Berlin von oben zu betrachten. Mutige können auch mit dem Fesselballon aufsteigen. Eine Auswahl

Mitte: Dem Dom aufs Dach steigen

1. Auf dem Kuppelumgang ist man den Engeln nah. Denn die auf 50 Metern Höhe befindliche Aussichtsplattform des Berliner Doms, auf der man das Gotteshaus zu drei Viertel umrunden kann, bietet auch architektonische Highlights wie beispielsweise eine musizierende achtköpfige Engels-Gruppe. 270 Holz-, Stein- und Metallstufen müssen für diesen Anblick und die beeindruckende Aussicht auf Lustgarten, Humboldt-Box, Schlossplatz, Rotes Rathaus und Museumsinsel genommen werden.

Berliner Dom Am Lustgarten, Mitte, S3, 5, 75, U5 Alexanderplatz, S 3, 5, 75 Hackescher Markt, Mo.-Sbd. 9-19, So. 12-19 Uhr, 7 Euro, erm. 4 Euro, Tel. 20 26 91 36, www.berliner-dom.de

Tiergarten: Die Viktoria strahlt wieder

2. Der Lack war ab, die Goldelse nicht mehr gülden und der Sandstein verwittert. Knapp anderthalb Jahre war die Siegessäule eingepackt und eingerüstet, seit Mai erstrahlt sie nach umfangreicher und 4,3 Millionen Euro teurer Sanierung in neuem Glanz. Die zur Erinnerung an die siegreichen preußischen Feldzüge gegen Dänemark und Österreich 1873 errichtete, 69 Meter hohe Siegessäule bietet eine schöne Sicht auf Tiergarten und Berliner City - zumindest für jene, die vorher die 285 Stufen zur Aussichtsplattform erklommen haben.

Siegessäule Straße des 17. Juni/Großer Stern, Tiergarten, U9 Hansaplatz, S3, 5, 7, 9 Bellevue, Mo.-Fr. 9.30-18.30, Sbd.+So. 9.30-19 Uhr, Nov.-März Mo.-Fr. 10-17, Sbd.+So. 10-17.30 Uhr, 3, erm. 2,50 Euro, Tel. 391 29 61, www.monument-tales.de

Charlottenburg: Der Funkturm hat Geburtstag

3. Bis Montag wurde er gewartet. So hatten die Stargäste der Funkausstellung den "Langen Lulatsch" für sich. Sowohl die Aussichtsplattform als auch das Restaurant waren für die Öffentlichkeit vorübergehend nicht zugänglich. Vor 85 Jahren, am 3. September 1926, wurde Berlins Wahrzeichen zur 3. Funkausstellung als Antennenträger in Betrieb genommen. Nun gehört der 150 Meter hohe Stahlgitter-Turm wieder den Berlinern und ihren Gästen. Das Lokal bietet Geburtstagsspezialitäten.

Funkturm Messedamm 22, Charlottenburg, S41, 42, 45, 46, 47 Messe Nord/ICC, U2, 12 Kaiserdamm, Aussichtsplattform: Mo. 10-20, Di.-So. 10-23 Uhr (witterungsabhängig), Erw. 5 Euro, Kinder, Schüler 2,80 Euro, Tel. 30 38 29 00, www.funkturmrestaurant.de

Kreuzberg: Blick auf die Berliner Innenstadt

4. Der Wasserfall im Viktoriapark übt eine magische Faszination aus. Immer wieder versuchen Parkbesucher, über die von Wasser umspülten Felsen hinauf zu klettern. Doch es gibt komfortablere Wege, an die Spitze des auf einem 66 Meter hohen Berg gelegenen Park zu gelangen und vom Nationaldenkmal aus über Kreuzberg auf die Berliner Innenstadt zu schauen. Das an die Freiheitskriege gegen Napoleon erinnernde Monument in Form eines gotischen Kirchturms wurde 1818 bis 1821 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet.

Schinkel-Denkmal Viktoriapark Kreuzberg, Kreuzbergstraße, U6 Mehringdamm

Mitte: Die Hauptstadt im Miniaturformat

5. Einmal Berlin im Rundum-Blick - der Fernsehturm hält, was er verspricht. Vom 1969 eröffneten "Telespargel" aus hat man die ganze Stadt unter sich, blickt auf ein Berlin im Miniaturformat. In der Fußball-Ähnlichen Kugel befinden sich auf 203 Metern Höhe die Aussichtsplattform, auf 207 Metern Höhe ist das besonders bei Touristen beliebte Restaurant, das sich in einer halben Stunde einmal um die eigene Achse dreht. Der Weg nach oben geht schnell: In 40 Sekunden bringt der Aufzug die Besucher, über eine Million pro Jahr, nach oben.

Fernsehturm Alexanderplatz, Panoramastr. 1a, Mitte,S5, 7, 75, 9 Alexanderplatz, U2, 5, 8 Alexanderplatz, tägl. 9-24 Uhr, Erw. 11 Euro, Kinder 7 Euro, bis 3 J. frei, www.tv-turm.de

Grunewald: Der mühsame Aufstieg wird belohnt

6. Nach 204 Stufen mag man aus der Puste sein, doch der Rundblick über den Grunewald, die Havel und bei gutem Wetter bis nach Potsdam entschädigt für den mühsamen Aufstieg. Vor allem auch, weil der Grunewaldturm erst im Juni dauerhaft wiedereröffnet wurde. Jahrelang musste der rote backsteinerne, 55 Meter hohe Turm, der Ende des 19. Jahrhunderts als Denkmal errichtet wurde, saniert werden. Mit seiner Gaststätte ist er nun wieder Ausflugsziel und Aussichtspunkt. Die überdachte Aussichtsplattform befindet sich in 36 Metern Höhe.

Grunewaldturm Havelchaussee 61, Grunewald, Bus 218 bis Grunewaldturm, tägl. ab 10 Uhr, Eintritt: ab 12 J. 3 Euro, Tel.41 72 00 01, www.restaurant-grunewaldturm.de

Tiergarten: Politikern bei der Arbeit zusehen

7. Klein wie Ameisen wirken die Passanten, von der Reichstagskuppel aus betrachtet. Auch wenn man sich für eine Besichtigung anmelden muss, lohnt der Aufwand - die Aussicht auf das politische Zentrum der Stadt ist beeindruckend und die Besichtigung ist kostenlos. Einen Blick über die Dächer der City bietet auch die schmale, meterlange Terrasse des Dachgartenrestaurants, auf der es etwas ruhiger zugeht, da sie den Restaurantgästen vorbehalten ist.

Reichstagskuppel Platz der Republik 1, Tiergarten, U55 S1, 2, 25 Brandenburger Tor, Bus 100 Reichstag/Bundestag, tägl. 8-24 Uhr, letzter Einlass 23 Uhr, nur mit Anmeldung: über Online-Formular unter www.bundestag.de/besuche/kuppel.html , per Fax an 227-36436 oder per Post: Deutscher Bundestag, Besucherdienst, Platz der Republik 1, 11011 Berlin

Westend: In 27 Sekunden ganz weit oben

8. Seinen Vorgänger sprengte man 1947 wegen starker Kriegsschäden. Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wurde der Glockenturm für sieben Millionen Euro saniert. Nun fährt man im gläsernen Aufzug in 27 Sekunden auf die Aussichtsplattform an der Glocke. Nimmt man noch rund 60 Stufen zu Fuß in Kauf, erreicht man eine zweite Aussichtsetage des 77 Meter hohen Turms. Dafür haben Besucher dann auch beste Panoramasicht auf das Olympiastadion, nach Charlottenburg, zum Alex, bei klarem Himmel bis nach Potsdam und zu den Müggelbergen.

Glockenturm im Olympiapark, Am Glockenturm, Westend, S 5, 75 Pichelsberg, Sommersaison tägl. 9-20 Uhr, Eintritt für den gesamten Olympiapark 7 Euro, erm. 5 Euro, www.glockenturm.de

Spandau: Frühstück über den Dächern der Stadt

9. Mit markanter Fassade und hohem, rundem Turm ist das Hotel Senator ein unübersehbares Gebäude. Die Übernachtungsgäste des 4-Sterne-Hotels bekommen etwas Besonderes geboten: Beim Frühstück blicken sie über Spandau, liegt doch das Restaurant mit rund 80 Plätzen im 16. Stock.

Panoramarestaurant im Hotel Senator, Freiheit 5, Spandau, S 3, 75 Stresow, tägl. 6.30-12 Uhr, Frühstück bis 11 Uhr, 16-24 Uhr, Tel. 33 09 80, www.hotel-senator.de