Kleine Entdeckungen

Filigrane Sommerkunst

Doppelgestirn heißt das rätselhafte Holzgebilde, das wie ein Fremdkörper auf dem Pankower Anger neben der Kirche hervorsticht. Die äußerst filigrane Konstruktion trotzte allen stürmischen Berliner Sommerwinden.

Die Skulptur des in Norwegen lebenden Reinhard Haverkamp - es handelt sich um zwei ineinander verschränkte Körper - besteht nur aus Holzstäben und Nylontauen. Ein ausgeklügeltes Wirken von Druck- und Zugkräften hält das Doppelgestirn zusammen. Das luftige Gebilde steht seit Mai fest an diesem Ort; die Holzstäbe sind in Sonne und Regen verwittert. Bis Oktober muss die ausbalancierte Skulptur noch standhalten, bis dahin dauert die 15. Kunstaktion von Pankower Pfarrkirche und Bezirksamt noch.

Jedes Jahr über die Sommermonate steht auf der Rasenfläche vor der Kirche eine andere abstrakte Skulptur. Sie zieht die Blicke der meisten Passanten, die die Kreuzung Breite und Berliner Straße überqueren, auf sich - und wohl auch auf die hinter ihr liegende, kleine Feldsteinkirche aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde 1832 unter Mitwirkung von Karl-Friedrich-Schinkel umgebaut. Die Tür zur Kirche steht immer offen - Gelegenheit zu besinnlicher Einkehr direkt an der Verkehrsinsel.