Theater: Winterreise

Eine rastlose Wanderin rechnet ab

1827 komponierte Franz Schubert die "Winterreise", ein Jahr später starb er. Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die fünf Instrumente lernen musste, sagt, kein Werk der Kunst habe ihr je mehr bedeutet als dieser Liederzyklus.

In ihrem Theaterstück "Winterreise", das im Februar in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde, durchwandert das rastlose "Ich" den Wahnsinn der Gegenwart, um in der eigenen Vergangenheit anzukommen.

Dies führt in fremde, unwirtliche Gefilde, in denen es um Fragen nach dem Leben, der Liebe, der Einsamkeit und dem Tod geht. Die Entführung Natascha Kampuschs und Bankenskandale werden analysiert und schonungslos greift Jelinek auch die eigene Biografie auf, die Beziehung zu ihrer dominanten Mutter und zu ihrem an Demenz erkrankten Vater. Am Deutschen Theater führt Andreas Kriegenburg die Regie.

Theater: Deutsches Theater, Schumannstr. 13 a, Tel. 28 44 12 25. Premiere 9.Sept., 19.30 Uhr