Film: Berlin-Paris

Beate Klarsfeld

Sie wurde 1939 als Beate Künzel geboren, heiratete 1963 den französischen Rechtsanwalt Serge Klarsfeld und wurde als die "Frau mit der Ohrfeige" bekannt: die Journalistin Beate Klarsfeld.

Als Nazijägerin trat sie in den 60er- und 70er-Jahren immer wieder mit spektakulären Aktionen in Erscheinung, düpierte und provozierte die Behörden mit Aktionen am Rande der Legalität. Ihr Ziel war es, auf unbehelligt lebende Naziverbrecher hinzuweisen. Hanna Laura Klars Dokumentation "Berlin-Paris: Die Geschichte der Beate Klarsfeld" zeichnet das Porträt einer Frau, die vor allem in Frankreich hoch geachtet, in Deutschland aber nach wie vor eine umstrittene Figur ist.

Der Film beleuchtet vor allem jene Ohrfeige, die sie dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger auf einem CDU-Parteitag in Berlin am 7. November 1968 wegen dessen Mitgliedschaft in der NSDAP verabreichte. Er schildert aber indirekt die zeitlichen Hintergründe und wirft so auch ein Licht auf die Bundesrepublik der 60er-Jahre. Eine weitere wichtige Rolle im Film spielt die Jagd von Beate Klarsfeld auf den ehemaligen Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie. Er wurde mit ihrer Hilfe 1983 in Boliviern verhaftet.

Dokumentarfilm: D 2010, 91 Min., von Hanna Laura Klar