Kleine Entdeckungen

Frischlingskunde mit Garantie

Es knackt und raschelt und quiekt herzzerreißend. Die friedliche Stimmung im Volkspark Jungfernheide ist dahin. Es gibt Streit um einen Apfel. Ein Frischling verliert den Kampf mit einem älteren Wildschwein und damit den Nachtisch.

Mitarbeiter des Grünflächenamtes füttern die rund 30 Wildschweine mit Gemüse, Kartoffeln und Brot. Ab und zu werfen Spaziergänger Nudeln über den Zaun. Doch "Fremdfüttern" ist verboten. Außerdem landen Plastiktüten im Gehege. Sie können sogar tödlich sein - Schweine sind Allesfresser. Nebenan und getrennt von den Schweinen wohnen 15 Damhirsche und -hirschkühe. Die Arten leben nicht zusammen, denn sie vertragen sich nicht miteinander.

Die drei Hektar großen Gehege machen nur einen kleinen Teil des zweitgrößten Berliner Parks aus, dessen Fläche sich insgesamt auf 146 Hektar beläuft. Angelegt wurde er in den 20er-Jahren nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth. 1931 entstanden die Wildgehege im Volkspark Jungfernheide. Zweimal im Jahr reduzieren Jäger die Rotten, denn die vermehren sich mehrmals im Jahr, weil sie gefüttert werden. Deshalb flitzen zu jeder Jahreszeit gestreifte Frischlinge durchs Unterholz. Kleine Streits sind da programmiert.