Ausflugs-Tipp

Durchs Wuhletal mit Wieseln, Feldhasen und Krickenten

Wer im Wuhletal aus der S- oder U-Bahn (S 5 und U 5) steigt, kann wählen: Jenseits der Straße führt der Wuhlewanderweg bis nach Ahrensfelde. Wer sich wie wir für die andere Richtung entscheidet, landet an der Spree in Köpenick. Mit rund 15 Kilometern zählt der asphaltierte Wuhlewanderweg, der auch für Radfahrer geeignet ist, zu den längsten in Berlin.

Für Naturfreunde ist er eine wahre Expedition ins Reich von Flora und Fauna. Doch zunächst gibt es dörfliche Architektur zu bestaunen.

Denn fährt man Richtung Köpenick, zeigt sich linker Hand das Panorama von Kaulsdorf (1). 1200 Jahre ist der Ort alt, auf etwa 750 Jahre bringt es die evangelische Dorfkirche, deren Turm jedoch erst 1875 errichtet wurde. 1920 war Kaulsdorf von Groß-Berlin eingemeindet worden. Heute ist es ein idyllischer Flecken, in dem es sich mit guter Verkehrsanbindung ruhig leben lässt.

Die vielbefahrene Bundesstraße 1/5 quert auch den Wanderweg in einem Tunnel. Von nun an taucht man ein in ein Paradies der Artenvielfalt. Mehr als 250 Farn- und Blütenpflanzen wurden hier gezählt, dazu mehr als 750 Tierarten. Endlang der eiszeitlichen Schmelzwasserrinne leben zwei Drittel aller für Berlin beschriebenen Vogelarten. Kaum zu glauben, dass die Wuhle nach Stilllegung des Klärwerkes Falkenberg im Jahr 2003 fast ausgetrocknet wäre. Knapp acht Millionen Euro sowie rührige Naturschützer verhinderten das. Heute kann man hier mit ein wenig Glück Feldhasen, Mauswiesel, Bisamratten, Reiher oder Krickenten beobachten.

Als wahres Biotop entpuppt sich die Wuhleblase (2) gleich hinter der Heesestraße. Ausgegraben wurde dieses Tiefbecken, um den Grundwasserspiegel in den Siedlungsgebieten abzusenken. Den bald folgenden Wuhlesee umfließt die Wuhle. Auch der See wurde angelegt, um das Grundwasser abzusenken. Heute sind Blase und See von wilden Hecken und Büschen eingewachsen. Wer auf einer der vielen Bänke Rast macht, kann sich wie am Amazonas fühlen.

Weiter schlängelt sich der Weg über die Wuhle, vorbei an Kleingärten und Familienhäusern. In der Straße am Bahndamm halten wir uns links und nehmen die Garageneinfahrt zum Forum Köpenick (3), um gleich am Ende des Tunnels nach rechts abzubiegen. In dem Einkaufscenter kann man auf drei Etagen preiswert essen. Gestärkt geht es weiter entlang des Wassers über die Hämmerlingstraße. Rechter Hand ist das Gelände des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union mit dem Stadion an der Alten Försterei. Noch einmal überqueren wir die vielbefahrene Straße An der Wuhlheide. Dahinter liegt ein Park an der Spree. Hier endet der Lauf der Wuhle und der Spaziergang.