Film: Chi l'ha visto?

Vatersuche

Was macht man, wenn man jemanden sucht und bei Google nicht fündig wird? Der 25-jährige Gianni ist bei seiner deutschen Mutter aufgewachsen und hat schon als Kleinkind den Kontakt zu seinem italienischen Vater verloren.

Ausgerüstet mit einer Fotografie seines Vaters als jungem Mann, macht Gianni sich im Auto auf nach Italien. Kaum über die Alpen, beginnt er Leute anzusprechen. Er nennt den Namen seines Vaters, zeigt das Foto, erzählt das Wenige, das er weiß. Die Friseure, Marktverkäufer und Cafébesucher reagieren mit Verständnis, loben sein Italienisch - und schütteln ein ums andere Mal den Kopf. Einer macht ihn auf eine Fernsehsendung aufmerksam, "Chi l'ha visto?", "Wer hat ihn gesehen?" sei auf Fälle wie seinen spezialisiert. Und Gianni hat ein Ziel: Er möchte in dieser Sendung auftreten. Dass Gianni, der in autobiografischer Nähe von Musicaldarsteller Gianni Meurer gespielt wird, weder Internet noch Ämter für seine Suche einsetzt, erschließt sich erst nach und nach als Charakterschlüssel. Claudia Rorarius zeigt in ihrem stimmungsvollen Spielfilmdebüt, in das sie beeindruckend dokumentarische Elemente einbaut, weniger eine reale Suche als eine innere Obsession.

Drama: D 2011, 92 Min., von Claudia Rorarius, mit Gianni Meurer, Paul Kominek

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