Ausflugstipp

Vom S-Bahnhof Tegel zu Steinbergpark und Schollenhof

Vom nördlichen Ausgang des S-Bahnhofs Tegel, dem Ausgangspunkt unseres etwa drei Kilometer langen Spaziergangs, erreicht man linkerhand die Eschachstraße. Diese führt am Humboldt-Gymnasium vorbei bis zur Wilhelm-Blume-Allee. Sie wurde nach dem Reformpädagogen Blume (1884-1970) benannt, der die Schulfarm auf der Insel Scharfenberg im Tegeler See gründete.

Diese mit alten Eichen bestandene Allee teilt den Friedhof Tegel in zwei Bereiche. Links steht die im Jahr 1900 erbaute Friedhofskapelle. Nur wenige Schritte entfernt, befinden sich die Erbbegräbnisstätte der alten Tegeler Familien Marzahn und Möbius sowie der Familie des Lehngutsbesitzers Paul Ziekow (1832-1887). Auch Blume selbst fand dort seine letzte Ruhestätte.

Hinter dem Friedhof kreuzen sich Wilhelm-Blume-Allee und Nordgraben. Dieser Entwässerungsgraben verbindet die Panke mit dem Tegeler See. Bis in die 80er-Jahre hinein gelangte Wasser von den Rieselfeldern in Schönerlinde über den Graben nach Tegel. An der Ecke Ziekowstraße erreichen wir das "Grüne Haus". Das 1914 erbaute einstige Waisen- und Jugendheim war bis vor kurzem als Sommercamp Treffpunkt für junge Reisende aus aller Welt. Derzeit wird das Gebäude gründlich saniert. Es soll künftig als zusätzliches Schulgebäude für das Humboldt-Gymnasium dienen.

Nach dem Überqueren der Ziekowstraße folgen wir dem Wasserlauf auf der linken Seite auf dem Weg zwischen Graben und Kleingartenkolonie von Humboldt. In Höhe Sandgrasweg biegen wir links ab und gehen weiter durch die Kolonie Industriebahn. Am Ende findet sich der Eingang des Steinbergparks. Hier folgen wir dem Weg rechts herum über den Packereigraben bis zum Steinbergsee. Es empfiehlt sich, den etwa 200 Meter langen See rechts herum zu umrunden. Etwa in der Mitte am nördlichen Ufer befindet sich eine Seeterrasse. Daneben mündet der See in einen Wasserfall. Folgt man dem Wasserlauf mit vielen Findlingen, erreicht man die Rodelbahn. Rechterhand auf dem Hügel befindet sich ein Dolmen, ein aus Steinblöcken errichtetes Bauwerk. Ursprünglich gab es an dieser Stelle ein jungsteinzeitliches Grab. Das heutige Monument ist jedoch nur eine Rekonstruktion.

Entlang der Rodelbahn gelangen wir zum Waidmannsluster Damm, dem Endpunkt unseres Spaziergangs mit Busanbindung nach Tegel oder Waidmannslust. Wer mag, kann noch einen Abstecher zum Schollenhof machen. 1895 entstanden die ersten Häuser durch den Baumeister und Initiator Gustav Lilienthal, Bruder des berühmten Flugpioniers Otto Lilienthal. In den 20er-Jahren erweiterte der Architekt Bruno Taut die Siedlung.