Kleine Entdeckungen

Das Schwert des Generals

Ein Ehrengebinde zu Füßen, das Schwert in der Rechten - so präsentiert sich die 2,60 Meter hohe Statue des südamerikanischen Freiheitskämpfers Simon Bolivar in Tiergarten nur zu wichtigen Feiern.

Ein solcher Anlass war der 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Venezuelas Anfang Juli. An normalen Tagen ist Bolivar unbewaffnet. Sein Schwert wird sicher verwahrt, "zum Schutz vor Vandalen", wie es im Ibero-Amerikanischen Institut am Reichpietschufer heißt, vor dessen Türen der Kunst-Bolivar steht. Der echte General Bolivar lebte von 1783 bis 1830, er gilt als Befreier von Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Panama sowie Gründer von Bolivien. Im März 1998 hatte der damalige Präsident Rafael Rodriguez Caldera das Denkmal als Geschenk Venezuelas an Berlin enthüllt. Der Ort ist kein zufälliger: 1930 als Bibliothek konzipiert - ermöglicht durch die großzügige Schenkung von 82 000 Büchern aus der Privatbibliothek des argentinischen Gelehrten Ernesto Quesada und 25 000 Bänden aus der Mexiko-Bücherei Hermann Hagens - sieht sich das Institut als Ort von Verständigung und interkulturellem Dialog zwischen Deutschland und Lateinamerika. Das Ibero-Amerikanische Institut und das Denkmal sind im Ausland bekannt - mehr als in Berlin selbst.