Kleine Entdeckungen

Ein Jahrhundert Greifenhagener Steg

Es braucht einen zweiten Blick, um die Schönheit des Greifenhagener Stegs in Prenzlauer Berg zu erkennen. Die Fußgängerbrücke überspannt die Ringbahngleise hinter dem Bahnhof Schönhauser Allee.

Vor genau hundert Jahren fertiggestellt, sollte die Eisenkonstruktion den Bewohnern des Helmholtzkiezes den Zugang zum S-Bahnhof von der Ostseite ermöglichen. Den Zugang gibt es nicht mehr. Die Brücke aber ist geblieben. Sie unterscheidet sich von anderen S-Bahnbrücken durch Jugendstilornamente in der Brüstung und schmiedeeiserne Leuchten. Die gestanzten Blechtafeln mit Blumenmotiven und die geschmiedeten Rahmungen hat Kunstschmied E. Puls geschaffen. So steht es in dem vom Bezirksamt Pankow herausgegebenen Buch "Berlin-Pankow: Aus der Orts- und Baugeschichte". Demnach ist Arno Koernig der Architekt. Koernig war ein Schüler des berühmten Berlin-Architekten Alfred Messel, und der wiederum war verantwortlich für die benachbarten Genossenschaftswohnbauten an der Greifenhagener Straße.

Wer heute die Greifenhagener Brücke betritt, sieht nicht viel von ihrer Verzierung. Sie ist mit Plakaten beklebt, Fahrräder versperren die Sicht. Man muss die Brücke schon von außen betrachten. Dann erst wirkt sie richtig.