Ausflugs-Tipp

Mit dem Bus zu Schlössern und Gärten in Potsdam

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Wenn das Wetter wenig Lust auf Spaziergänge macht, bietet sich eine vierstündige Bustour nach Potsdam an - inklusive einer geführten Besichtigung von Schloss Sanssouci. Start und Ziel ist der Kurfürstendamm 216. Bereits im Bus gibt es per Video erste Informationen über die alte Residenz- und Garnisonsstadt. Der Ort wurde im Jahr 993 erstmals urkundlich erwähnt.

Kurz vor der Glienicker Brücke steigt die Potsdam-Stadtführerin zu, und die eigentliche Tour beginnt. Nun geht es über die legendäre Brücke zwischen Berlin und Potsdam, auf der im Kalten Krieg immer wieder Ost-Agenten gegen West-Spione ausgetauscht wurden. Dahinter biegen wir rechts in die Schwanenallee ein und sind nun in der Berliner Vorstadt. Heute säumen prachtvoll restaurierte Villen die Straßen und das Ostufer des Heiligen Sees.

Über die Mühlenwegstraße geht es wieder auf die "Berliner", dann rechts in die Straße Am Neuen Garten zum Schloss Cecilienhof, das in den Jahren von 1914 bis 1917 im englischen Landhausstil errichtet und durch die Potsdamer Konferenz im Juli 1945 berühmt wurde. Die Sieger des Zweiten Weltkrieges - vertreten durch Churchill, Truman und Stalin - befanden dort über Grenzverläufe und Reparationszahlungen.

Auf der Großen Weinmeisterstraße erreicht der Bus nun das Blockhaus-Dorf "Russische Kolonie Alexandrowka". Die 13 dunkelbraunen Häuschen mit den geschnitzten Giebeln, heute in Privatbesitz, wurden von Friedrich Wilhelm III. 1826-27 für die Mitglieder eines russischen Chores errichtet. Ebenfalls "exotisch" mutet weiter südlich die niederländische Architektur des Holländischen Viertels an, das mit seinen Cafés und Läden Touristen und Einheimische begeistert. Die 150 Backsteinhäuser mit Fensterläden und abgerundeten Giebeln wurden zwischen 1732 und 1742 rund um die Mittelstraße im Auftrag Friedrichs Wilhelm I. für holländische Handwerker errichtet. Wenn der Bus an der historischen Mühle des Schlosses Sanssouci ("Ohne Sorge") hält, steht das Highlight an: die geführte Besichtigung der Innenräume. Die Sommerresidenz von Friedrich II., dem "Alten Fritz", wurde im Rokoko-Stil von 1745-47 erbaut. Der preußische König und Feldherr schuf sich hier mit Hilfe des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ein Refugium, das der Gartengestaltung, den schönen Künsten und der Philosophie gewidmet war. Die mit goldenen Blütenornamenten geschmückten weißen Wände, der Stuck, die Statuen und Gemälde sind ebenso beeindruckend wie der zum Garten gewandte Marmorsaal.

Potsdam-Tour, Severin+Kühn, Kurfürstendamm 216, tgl. außer Mo: 10 Uhr, Fr/Sa/So auch 14 Uhr, Anmeldung: Tel. 880 41 90, Erw. 39 Euro

( ela )