Kleine Entdeckungen

Die Stille mitten im Trubel

"Der Adel vom Görli", so heißt eine Dokumentation, die der Schauspieler Volker Meyer-Dabisch im Sommer 2009 im Görlitzer Park gedreht hat, mehr aus Verlegenheit, weil ein Interviewpartner ihn sitzen ließ.

Doch genug Menschen vor Ort waren willig, vor Meyer-Dabischs Kamera zu treten. Denn dass im "Görli" immer viel los ist, steht außer Frage. Man muss nur einen Blick auf das runtergetretene Gras werfen. In Kreuzberg leben rund 14 000 Menschen pro Quadratkilometer. Der Görlitzer Park - Ende der 80er-Jahre auf dem Gelände des alten Görlitzer Bahnhofs angelegt -, ist eine der meistgenutzten Naherholungsflächen. Doch unter all den Grillern und Golfern, Fußballspielern und Hobbymusikern kann man es auch ruhig angehen - man muss nur wissen wo. Im nordöstlichen Teil des Parks an der Görlitzer Straße, Ecke Görlitzer Ufer befindet sich ein ökologisch wertvolles Feuchtbiotop. Ein schmaler Wasserlauf führt hinab zu einem kleinen Teich, umgeben von Bäumen und Büschen. Schilfrohr und eine dichte Uferbepflanzung bieten Rückzugsgebiete für nistende Vögel und Kleintiere. Einige Stellen am Teich sind frei zugänglich. Dort kann man sich ins Gras legen und ruhen. Es sei denn, jemand lässt illegal Hunde baden. Dann ist Schluss mit der Stille.

( wof )