Kleine Entdeckungen

Der Gorilla vor Batmans Geschäft

Ein Gorilla bewacht den Eingang zu einer Galerie in Neukölln. Er hat die Fäuste locker aufgestützt. Ein Wesen, von dem man nicht gern umarmt werden will. Denn es ist aus Metall. Seit April 2011 steht es auf seinem rostigen Sockel und beobachtetet den Menschenstrom vor der Hermannstraße 47.

Muharrem Batman hat die Skulptur des Künstlers "Kihs1" aufgestellt. Der Mann heißt wirklich Batman, "sonst hätten mich die Erfinder der Comicfigur bestimmt verklagt". Der 46-Jährige repariert neben seiner Galerie Computer. Was irreparabel ist, wird zu Kunst verarbeitet. Die Künstler sind seine Schwester Ayse Batman und sein guter Freund Kemal Cantürk, Gründungsmitglied des Tacheles.

Muharrem Batman wurde in Istanbul geboren. Mit neun Jahren kam er nach Berlin. In der siebten Klasse ging er ab, absolvierte einen Ausbildungsvorbereitungskurs, wurde Schlosserlehrling. Das fand er gut. Aber es war nicht von Dauer. "Ich musste nach einem Jahr abbrechen, weil meine Eltern eine Bäckerei eröffneten und ich dort arbeiten sollte. Das habe ich verflucht. Ich wollte ölige Hände, keine mehligen Finger." Der Fluch hat gewirkt. Nach vier Jahren war die Bäckerei der Eltern pleite, der Sohn wurde Unternehmer und Galerist. Der Gorilla passt auf ihn auf.

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