Interview

Der grüne Ring fürs Leben

Ryan Reynolds über seinen Einstand als Comic-Held und wie man damit umgeht, Sexiest Man Alive zu sein

Berliner Morgenpost: Wie war Ihre erste Reaktion auf dieses Rollen-Angebot?

Ryan Reynolds: Ich war begeistert. Ich war noch nie Teil eines so großen Spektakels. Meine Karriere ging lange eher schleppend voran. Ich hatte mir eine Zeit lang sogar überlegt, ganz aufzuhören.

Berliner Morgenpost: Ist das nicht Ironie, dass Sie jetzt einen Piloten und fliegenden Helden spielen? Sie leiden unter Flugangst.

Ryan Reynolds: Das stimmt. Aber ich halte es wie meine Figur: Ich muss mich der Angst stellen und über mich hinauswachsen.

Berliner Morgenpost: Es gibt immer mehr Superheldenfilme. Was, meinen Sie, ist der Grund dafür? Sehnen wir uns in instabilen Zeiten nach dem starken Mann?

Ryan Reynolds: Keine Ahnung. Vielleicht ist da was dran. Irgendwas muss die Leute ja daran reizen. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass so viele Comichelden im Zweiten Weltkrieg und während des Kalten Krieges erfunden wurden.

Berliner Morgenpost: Was war enger, Ihr Laternen-Kostüm oder der Sarg, in dem Sie im Film "Buried" liegen mussten?

Ryan Reynolds: In dem Kostüm sieht man echt klasse aus. Aber nirgends war es so eng wie in diesem Sarg. Ich musste 17 Tage da drin liegen. Es war eine einzigartige Erfahrung. Aber ich möchte sie nie wieder machen.

Berliner Morgenpost: Und ist der Grüne Ring, den Sie als Laterne tragen, jetzt ein Ring fürs Leben?

Ryan Reynolds: Sie können so einen Vertrag nicht unterzeichnen, wenn Sie sich nicht für etwaige Fortsetzungen verpflichten. Aber noch ist kein zweiter Teil in Sicht.

Berliner Morgenpost: Die Frage muss sein: 2010 wurden Sie zum Sexiest Man Alive gekürt. Wie geht man damit um?

Ryan Reynolds: Es ist lächerlich zu glauben, dass ein Magazin den Leuten weismachen kann, was sexy ist. Aber es war Gott sei Dank 2010, ich bin also nicht mehr aktuell.