Perfekter Sonntag

Alles klar, Herr Kommissar?

Peter Ketnath spielt In der ZDF-Krimireihe "Soko Stuttgart" an der Seite von Astrid Fünderich den markigen, Porsche fahrenden Kriminalhauptkommissar Joachim Stoll.

Gerade entsteht die dritte Staffel der erfolgreichen Reihe, die donnerstags um 18 Uhr ausgestrahlt wird. Aber wann immer es der Drehplan erlaubt, zieht es Peter Ketnath nach Berlin in seine Charlottenburger Wohnung, um Kräfte zu sammeln für seinen aufreibenden Job. "Meist fliege ich schon am Freitagabend oder spätestens Samstagfrüh zurück nach Berlin", sagt der 36-Jährige, der Ende der Neunziger durch die Arbeit für die ProSieben-Serie "Klinikum Berlin Mitte" Wahlberliner wurde.

Eine Currywurst zum Frühstück

Ein perfekter Sonntag bedeutet für Peter Ketnath vor allem: entspannen. Er schläft lange aus, und wenn es ums Frühstücken geht, steht ihm der Sinn eher nach etwas Herzhaftem. Es zieht ihn zum Kurfürstendamm, dort stärkt er sich mit Currywurst und Pommes am Edelimbiss Kudamm 195 . Der Imbiss gehört zu den auch international bekanntesten der Hauptstadt. Zur Currywurst kann man sich sogar eine Champagner-Piccolo der Marke Veuve Clicquot bestellen.

"Berlin kann mich immer wieder überraschen", sagt Peter Ketnath. Geboren und aufgewachsen in München, wurde er nach gerade mal einem Jahr Schauspielunterricht von Regisseur Joseph Vilsmaier entdeckt. An der Seite von Nina Hoss spielte Ketnath 1996 die Hauptrolle in "Und keiner weint mir nach". 2008 engagierte ihn Vilsmaier erneut für "Die Geschichte vom Brandner Kaspar". "Ich glaube nicht, dass man einfach eine Schauspielausbildung beendet und das war es dann", sagt er. "Man bildet sich ständig weiter, man lernt schließlich dauernd Neues dazu."

Vom Kudamm zieht es ihn raus in die Natur. Am liebsten auf den Teufelsberg. "Wenn man hier oben steht, dann verändert sich der Blick auf die Dinge", sagt er, während er es sich auf der Wiese hoch über der Stadt gemütlich macht. Der Hügel bietet eine wunderbare Aussicht über die Stadt, den Grunewald und die Havel. Einige nennen den Teufelsberg auch Drachenfliegerhügel, denn bei gutem Wind ist das Areal übersät mit Kindern und Erwachsenen, die ihre Drachen steigen lassen. Auch Mountainbiker, Wanderer, Gleitschirmflieger und natürlich Sonnenanbeter schätzen den Trümmerberg als Naherholungsgebiet.

Der passionierte Taucher hat ein Haus am Meer in Salvador da Bahia, lebte von 2003 bis 2007 größtenteils in Brasilien. "Ich liebe dieses Land und die Kultur dort", sagt er. "Dort kann man sich nicht frei bewegen, wenn man nicht los lässt und sich entspannt." Und Ketnath, der perfekt Portugiesisch spricht, machte in Lateinamerika Karriere als Schauspieler. So spielte er unter anderem die Hauptrolle in "Cinema, Aspirins and Vultures" von Marcelo Gomes, der 2005 auf dem Filmfestival von Cannes uraufgeführt und ausgezeichnet wurde. "Deserto Feliz" von Paulo Caldas lief auf der Berlinale 2007 im Panorama-Programm. Und auch in einer brasilianischen Telenovela war Ketnath in der Rolle eines verliebten französischen Grafen zu sehen. "Jetzt mache ich für die immer den Ausländer", sagt er mit einem Lächeln. Meist wird er für Rollen mit europäischem oder nordamerikanischem Akzent gebucht. "Da muss ich dann eben meine Sprachkenntnisse verleugnen und mit Akzent sprechen."

Eisessen in Charlottenburg

Ein anderer Ort, den Peter Ketnath gerne sonntags besucht ist die Galopprennbahn Hoppegarten . Die Pferderennbahn auf einer Fläche von von 430 Hektar östlich von Berlin wurde 1868 gegründet. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich Hoppegarten zur wichtigsten deutschen Rennbahn sowie zum Zentrum des gesellschaftlich-politischen Lebens Berlins. Heute steht die Galopprennbahn unter Natur- und einige Gebäude unter Denkmalschutz. "Als ich mit 18 Jahren die Geschichten von Charles Bukowski gelesen habe, fand ich das ganze Milieu rund um diese Welt spannend", erzählt Ketnath. Er liebe diese Atmosphäre, bekennt er, er beobachte gern die Menschen dort und ja, er wette auch ab und zu auf ein Pferd. Überhaupt zieht ihn das Flair vergangener Zeiten an: "Früher waren Pferderennen gesellschaftliche Großereignisse. Und es war ein großes Geschäft. Mit nur einem Sieg konnte man reich werden." Peter Ketnath hat hier auch seine Freude am Reiten wiedergefunden.

Abgesehen von der Begeisterung für die kraftvollen Rennpferde macht der Stuttgarter TV-Kommissar nicht mehr soviel Sport. "Ich bin früher viel geschwommen. Ich habe Aikido ausprobiert, Surfen und Tauchen. Ich mag Abwechslung, deshalb konzentriere ich mich nicht nur auf eine Sportart", erzählt er auf dem Weg zu seinem Lieblingseisladen. Die Eisdiele Fedora in der Danckelmannstraße in Charlottenburg hat neben den Klassikern auch jede Menge Kräutereissorten wie beispielsweise Erdbeer-Basilikum im Angebot. Peter Ketnath gönnt sich ein Schoko-Chili-Eis, bevor er abends wieder zum Flughafen muss. Die "Soko Stuttgart" ruft.

Diese Stadt kann mich immer wieder überraschen

Peter Ketnath, Schauspieler