Kleine Entdeckungen

Springen statt Wippen

Ein Sommerabend am Potsdamer Platz. Nicht einkaufen, nicht Essen gehen, sondern sitzen und gucken. Auspendeln nach einem langen Tag. Spannendes gibt es an den langen Wippen im Tilla-Durieux-Park zu beobachten.

Junge Leute springen über die Stahlstangen, machen einen Salto oder einen Überschlag. Manch einer hat so viel Energie, dass er gleich die nächste Wand erklimmt, hinter der der Rasen anfängt.

Die Berliner Parkour-Szene hat die fünf Wippen als Übungsplatz erobert. Denn wippen kann man schon lange nicht mehr. Die im Jahr 2003 aufgestellten Geräte sind seit Monaten außer Betrieb, die Reparatur sei zu teuer, heißt es im Bezirksamt Mitte. So bleiben sie fixiert. Da ist genau das, was Leute brauchen, die gern über Hindernisse springen. "Die Wippen sind nicht hoch, und der Boden ist weich", schwärmt ein junger Mann. Am Wochenende kämen viele Jugendliche zum Üben. "Die meisten kennen sich nicht, aber durch den Sport versteht man sich schnell. Es ist wie eine Familie." Kinder versuchen, es den Großen nachzumachen. Zugucken macht Spaß, von einer Bank aus oder von der Rasenfläche, mit einem Kaffeebecher in der Hand. Wenn nicht so viele Menschen da wären, könnte man ja auch selbst was ausprobieren ...