Kunst

Nach dem Erdbeben

Viel ist ihnen nicht geblieben, Fotos, ein Bett im günstigsten Falle oder ein Tisch, nach dem schweren Erdbeben in Chile, das sich im Februar 2010 ereignete. Ihr Dorf in der Nähe der Hafenstadt Talcahuano, das im Epizentrum des Erdbebens und des Tsunamis lag, wurde nahezu völlig zerstört.

Der gebürtige Chilene und in Berlin lebende Künstler Pablo Zuleta Zahr hat die Dorfbewohner in ihren zerstörten Häusern fotografiert. Die Fotos unter dem Titel "Broken Homes" werden als Diptychon gezeigt. Man spürt eine Verlassenheit wie man sie aus Edward Hoppers Gemälden kennt. Von Zahr werden noch einige verstörende Fotos von Kindern präsentiert, die in einem Bunker spielen, in dem früher Gefangene gefoltert wurden. Pablo Zuleta Zahr, der bei Thomas Ruff an der Kunstakademie in Düsseldorf studierte hat, ist der sozialpolitische Aspekt wichtig.

An Geister, auch an Vogelscheuchen erinnern die Skulpturen der Fotoinstallation "Consumed Spirits" des Londoner Künstlerpaares Katrin Lock und Tim Brotherton, die ebenfalls in der Galerie September ausgestellt werden. Sie entstanden aus Gegenständen, die weggeworfen wurden oder aus verwitterten Materialien, die die beiden in den Wäldern Mallorcas fanden. Interessant sind die großformatigen Fotos, auf denen der Wohlstandsmüll ein Eigenleben zu führen scheint, als würden die Gegenstände eine Geschichte erzählen.

Galerien: September , Charlottenstr. 1, Kreuzberg, Tel. 25 93 06 84. Bis 13. Aug., Di-Sa 12-18 Uhr