Best of Berlin

Darf es ein bisschen schärfer sein?

Kardamon, Curry, Kurkuma: Es sind die Gewürze, die den Reiz der indische Küche ausmachen. In den Berliner Restaurants lässt sich die ganze Vielfalt der Gerichte entdecken. Eine Auswahl

Kreuzberg: Folkloristisch mit dickem Buddha

1. Seit 15 Jahren werden hier nun schon Heerscharen von Kreuzbergern und immer mehr Touristen mit schmackhaften indischen Standards von der Linsensuppe über milde und scharfe Curries, Chicken- und Lammgerichte bis zu Salat Mumbai verköstigt. Im Gegensatz zu den Großraumfilialen in Mitte und Schöneberg ist die Kreuzberger Adresse eher gemütlich, aber nichts für Freunde puristischen Designs: folkloristische Dekoration inklusive dickem Buddha, wohin das Auge reicht. Dies aber durchaus geschmackvoll, wie die vielen Stammgäste meinen, die auch besonders gern zum günstigen Mittagstisch kommen.

Amrit Oranienstr. 202, Kreuzberg, U1 Görlitzer Bhf., So.-Do. 12-1 Uhr, Fr.,Sbd. 12-o.e., Tel. 612 55 50, www.amrit.de

Wilmersdorf: Einmal quer durch die Regionen

2. Schon seit einem Jahrzehnt zählt das in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnete Restaurant Namaskar in Wilmersdorf zu den Lieblingsindern der Hauptstadt. Dabei ist das Namaskar-Team konstant um Authentizität bemüht und bietet einen aromastarken Streifzug durch die Küchen der unterschiedlichsten Regionen des Subkontinents. Besonders beliebt sind die Spezialitäten aus dem Tonofen. Dabei werden Tandoori-Gerichte wie Hühnerkeulen oder Lammfilets vor dem Garen im Ofen gut 24 Stunden mariniert.

Namaskar Pariser Str. 56/ 57, Wilmersdorf, U7 Spichernstr., Mo. 17-24, Di.-So. 12-24 Uhr, Tel. 88 68 06 48, www.restaurantnamaskar.de

Westend: Der kulinarische Aufsteiger

3. Besonders in jüngster Zeit erfreut sich das mit modernem Prunk - goldener Buddha, güldene Lampen - eingerichtete Restaurant immer größerer Beliebtheit. Das liegt nicht nur am stilsicheren Interieur, sondern auch an den schmackhaften Gerichten. Gerade auch für Vegetarier hält Chef Abdul Hamid Shaikh Empfehlungen bereit, wie beispielsweise Malai Kofta, mit Safran garnierte Gemüse-Käsebällchen in einer Cashew-Sahnesoße. Ein guter Tipp sind auch die Tandoori-Specials. Gekocht wird mit authentischen Rezepten und hausgemachten Gewürzmischungen ohne Geschmacksverstärker.

Rasas Bayernallee 42, Westend, U2 Neu-Westend/Theodor-Heuss-Platz, S5, S75 Heerstr., tägl. 121 Uhr, Tel. 33 77 29 41, www.rasas-berlin.de

Prenzlauer Berg: Beliebt bei Alt und Jung

4. Dafür, dass sich auch Familien in dem schmucken Lokal Khushi wohlfühlen und die Speisen frisch zubereitet werden, sorgen Manjeet Singh aus Neu Dehli und Gagan Kaur aus den Bergen im Nordosten des Landes. Die Küche ist vornehmlich von der letztgenannten Region geprägt, in der gehaltvolle Tandoori-Gerichte zu den Spezialitäten zählen. Aber auf scharfe südindische Curries muss in dem Lokal in Prenzlauer Berg dennoch kein Gast verzichten. Abends wird das Khushi auch zur Cocktailbar.

Khushi Kollwitzstr. 37, Prenzlauer Berg, U2 Senefelder Platz, So.-Do. 12-24, Fr., Sbd. 12-1 Uhr, Tel. 48 49 37 90, www.khushi-berlin.de

Steglitz: Nach dem Shoppen zum Curry-Esssen

5. Das sagen sich offenbar viele Südberliner, denn das eher schlicht, aber ohne Kitsch eingerichtete Restaurant ist abends wie auch zum preisgünstigen Lunch meist gut besucht. Allseits gelobt wird der freundliche, schnelle Service und die vielfältige Auswahl, wobei Stammgäste auf Hühnchen-Gerichte in jeder Form schwören, sei es vom Grill oder als rotes oder grünes Curry. Ebenfalls gefragt sind die Biryani-Gerichte mit Basmatireis, verschiedenem Fleisch, Meeresfrüchten oder vegetarisch.

Nirwana Schloßstr. 49, Steglitz, U9 Rathaus Steglitz, tägl. 11-24 Uhr, Tel. 793 16 59, www.nirwana-restaurant.de

Wittenau: Scharf oder superscharf im Norden

6. Jeder, wie er es verträgt. In dem mit warmen Farben gestalteten Restaurant stehen die frisch zubereiteten Gerichte in den Varianten pikant, scharf oder superscharf zur Auswahl. Für die zahlreichen Nordberliner Stammgäste übernimmt das Aanjal schon fast die Rolle einer Multifunktionsgastronomie. So gibt es auch zwei Mal im Monat sonntags einen indischen Brunch, immer ein abwechslungsreiches Mittagsangebot, nachmittags dient die Lokalität auch als Café und abends an Bar werden zahlreiche gute Cocktail gemixt.

Aanjal Oranienburger Str. 11, Wittenau, U8, S1 Wittenau, tägl. 12-24 Uhr, Tel. 41 70 65 72, www.aanjal.de

Tegel: Im Sommer draußen auf der Terrasse

7. Schmackhafte Gerichte in großen Portionen loben die zahlreichen Stammgäste, die im Sommer gern mit einem indischen Cocktail draußen auf der Terrasse sitzen. Auch der aufmerksame und schnelle Service wird immer wieder gelobt, nicht nur abends, sondern auch mittags. Kein Wunder, dass das Darjiling-Team Rajah, Irfan und Hamid schon seit mehr als fünf Jahren in Tegel erfolgreich ist und seit den kleinen Anfängen inzwischen schon in eine größere Lokalität umziehen musste. Serviert werden Spezialitäten aus der vielfältigen Küche Nord- und Mittelindiens.

Restaurant Darjiling Alt Tegel 25, Tegel, U6 Alt Tegel, Tel. 430 04 56, tägl. 11.30-23 Uhr, www.restaurant-darjiling.de

Neukölln: Cocktails und Chicken am Richardplatz

8. Am Richardplatz sitzt es sich immer nett, so auch beim Shaan, der seit Jahren zuverlässig die Versorgung der erweiterten Nachbarschaft mit Pappadam, Nan, Chicken Masala und Ente Tikka übernommen hat. Das alles schafft er ziemlich kitschfrei und mit einer dennoch indisch anmutenden Atmosphäre. Inder mögen augenscheinlich Cocktails, versteht sich das Shaan doch auch zusätzlich als Cocktailbar, wo man im Sommer gar eine ordentliche Caipirinha im Freien genießen kann.

Shaan Richardplatz 20, Neukölln,U7 Karl-Marx-Str., tägl. 12-24 Uhr, Tel. 68 08 93 82, www.shaan-restaurant.de

Schöneberg: Pikantes für den deutschen Gaumen

9. Ganz Schöneberg hat hier wohl schon mal gegessen und gefühlsmäßig wahrscheinlich sogar gleichzeitig. Das Ambiente ist freundlich und nicht so folkloristisch überladen und man hat sich vor dem Lokal immer weiter auf beiden Bürgersteigen ausgedehnt. Alle Gerichte kommen für den deutschen Gaumen schön pikant auf den Tisch, wer mag, wird aber auch mit indisch scharf zufriedengestellt. Das gilt auch für die Vegetarier.

Yogi-Haus Belziger Str. 43/ Ecke Eisenacher Str., Schöneberg, U7 Eisenacher Str., tägl. 12-24 Uhr, Tel. 782 92 23, www.restaurant-yogihaus-berlin.de