Kleine Entdeckungen

Laubenpieper weit und breit

Pflaumenbäume, blühende Staudenbeete, kleine Lauben - was braucht es mehr, um dem Alltag zu entkommen? Einen Gartenzwerg. Und viel, viel Ruhe - Vogelgezwitscher natürlich inklusive.

Diese kleine Welt ist beliebter Aufenthalts- und Erholungsort für zahlreiche Hauptstädter. Mehr als 69 000 Laubenpieper gibt es in Berlin. Etliche haben sich am Hohenzollernkanal niedergelassen - auch des Blicks aufs Wasser wegen. Von dort bis zum Westhafenkanal in Charlottenburg liegen mehr als 3000 Parzellen. Die Kolonien heißen "Sonnenheim", "Gute Hoffnung" oder "Gemütlichkeit" und sind ein Stück Berliner Kultur: von den Armengärten des 19. Jahrhunderts über Versorgungsflächen und feste Wohnsitze bis zur heutigen Alternative zur Stadtwohnung. Sie sind kleinbürgerliches Idyll und Domizil für alle Generationen und sozialen Schichten - nachzulesen in "Meer Berlin" aus dem Vergangenheitsverlag. Immer mehr Familien mit Kindern entdecken die Kleingartenwelt für sich. Auch wer nicht zu den Laubenpiepern zählt, kann das Revier erkunden. Es ist ein Ausflug für die Sinne, für die Ohren. Amseln singen auf kleinen Dachfirsten, Rasenmäher knattern, Kinder kreischen. Und Flieger starten, bis der Flughafen Tegel schließt. Willkommen in Ruhe.