Kleine Entdeckungen

Die seltene Kunst der Ebru-Malerei

Ebru heißt auf Deutsch "wolkig". Es ist im Türkischen ein Name für ein Mädchen und das Wort für ein berühmtes, türkisches Marmorpapier. Hergestellt wird es auch in Berlin: an der Richardstraße in Neukölln.

In dem Komplex mit der Nummer 112 befinden sich eine Moschee, verschiedene, meist türkische Gewerbebetriebe und die wohl einzige Werkstatt Berlins für traditionelle Ebru-Malerei. Der Aufstieg ist beschwerlich - vor der Moschee links eine Wendeltreppe drei Stockwerke hoch. Die Künstlerin Arzu Adak hat den langgestreckten Raum mit Ebru-Papieren strukturiert, eines ist schöner als das andere. Am Fenster stehen zwei Tische mit Plastikwannen. Arzu Adak befüllt sie mit flüssiger Farbe, formt mit Stäben Muster und legt ein Stück Papier darauf, das die Farbe einsaugt. Adak hebt das Blatt und hat ein Unikat geschaffen.

Arzu Adak wurde vor 32 Jahren in Berlin geboren. Nach der neunten Klasse zog sie für sieben Jahre in die Türkei und entdeckte die Kunst der Ebru-Herstellung. Ihre Farben und Pinsel kauft sie heute noch vor Ort. Inzwischen veranstaltet sie Ausstellungen, gibt Unterricht und zeigt auf Märkten, wie man aus einem Becken Bilder zaubert. Besucher können ihr sonnabends von 12 bis 13.30 Uhr im Atelier zuschauen.