Best of Berlin

Dinner auf dem Sonnendeck

Die hohe See liegt direkt vor der Tür: In und um die Stadt haben zahlreiche Restaurantschiffe festgemacht - und bringen die Gäste mit Matjes, Lachs oder Wolfsbarsch in Urlaubslaune

Treptow: Cocktails und neue leichte Küche

1. Neue Saison, neue Brise an Bord. Das Salonschiff aus den goldenen Zwanzigern und ehemalige Kriegs-Lazarettschiff wurde bis Anfang Mai renoviert und neu möbliert: Nun präsentiert sich das Szene-Restaurant-Schiff urban-schick mit dunklem Holzboden und blanken Tischen. In der Bordküche ist eine neue Crew mit einer leichten Frischeküche an den Start gegangen. Zum Chillen mit Cocktail gibt es Sonnestühle. Zur Frauen-Fußball-WM ist Public Viewing angesagt, eine Grillstation ist geplant.

Hoppetosse Eichenstr. 4, Treptow, S 8, 9, 41, 42 Treptower Park, U1 Schlesisches Tor, tägl. 12-24 Uhr, Tel. 53 32 03 40

Moabit: Speisen auf schwankenden Planken

2. Es schwankt. Zumindest ein bisschen, wenn die Ausflugsdampfer vorbeifahren. Der Patio ist nur vorne und hinten vertäut, das lässt echte Schiffsatmosphäre aufkommen. Sonst aber ist alles in dem ehemaligen DDR-Arbeiterwohnschiff auf schickes Essen und Trinken mit Wasserromantik eingestellt. Die frische, vornehmlich mediterrane Küche setzt in punkto Fisch diesen Sommer auf Wolfsbarsch und Lachs.

Patio Helgoländer Ufer/Kirchstraße, Moabit, S 5, 7, 9 75 Bellevue, Mo.-Fr. 10-1, Sbd.+So. 10- 1 Uhr, Tel. 40 30 17 00, www.patio-berlin.de

Mitte: Die feine Bordküche des Heckradschleppers

3. Kerstin Koetzing kommt aus Süddeutschland, schätzt eine gute Küche und gute Weine. Deshalb gibt es im Deckshaus auch Saisonales wie Spargel. Das Café-Bistro-Restaurant ist während des gesamten Jahres geöffnet. Es befindet sich auf dem über 50 Jahre alten Heckradschlepper Jeseniky, der malerisch mitten in der City, im Historischen Hafen an der Fischerinsel vertäut liegt.

Deckshaus Märkisches Ufer 1z, Mitte, U8 Jannowitzbrücke, S5, 7, 9, 75 Jannowitzbrücke, U2 Märkisches Museum, tägl. ab 12 Uhr, Tel. 2179 1404, www.deckshaus.de

Kreuzberg: Alte van Loon, neue van Loon

4. Die van Loon geht in Rente. 1914 erbauten die Gebrüder van Wyk diesen holländischen Frachtensegler in Veendam. 1989 legte die van Loon im Urbanhafen Kreuzberg an. Ab Herbst/Winter soll die größere van Loon II Schiffsrestaurantgänger empfangen. Bis dahin heißt es: Willkommen auf 70 Wasserterrassenplätzen (25 unter Deck). Bis 15 Uhr gibt es ein ausgiebiges Frühstück, Klassiker auf der internationalen Karte sind der Matjes Hausfrauenart und der von den Bordköchen gebeizte Lachs.

van Loon Im Urbanhafen, An der Baerwaldbrücke, Carl-Herz-Ufer, Kreuzberg, U1 Prinzenstraße, tägl. 9-1 Uhr, Tel. 692 62 93

Charlottenburg: Labskaus und deftiges Frühstück

5. Ein alter Zementtransporter? Das sieht man dem blau-weißen, rund 33 Meter langen Segler nicht an. Mitte der 80er-Jahre zum Restaurantschiff umgebaut und nach dem Kapitän, Reeder und Nautiklehrer Werner Schillow benannt, gehört er zu den schwimmenden Gastro-Klassiker. Ganzjährig geöffnet, ist und bleibt Labskaus einer der Renner. Ansonsten ist an Bord der Fisch ein Muss. Derzeit verlässt vor allem Scholle die Kombüse. Am Wochenende ist das Außendeck mit 100 Plätzen (innen: 60 Plätze) zudem eine beliebte Adresse für Frühstück. Es wird in vielen Varianten bis 14 Uhr serviert.

Capt'n Schillow Straße des 17. Juni, Am Charlottenburger Tor, Charlottenburg, S5, 7, 9, 75 Tiergarten, U2 Ernst-Reuter-Platz tägl. ab 12, Sbd.+So. ab 10 Uhr, Tel. 31 50 50 15, www.capt.schillow.de

Tiergarten: Frühstück und Grillbüffet mit Spreeblick

6. Eigentlich schippern die Dampfer der Reederei Riedel auf den Berliner Gewässern umher. Auf den Spree-Blick sieht aber man andere Schiffe vorbeifahren. Vor fünf Jahren ging das Reederei-Restaurantschiff an der Hansabrücke dauerhaft vor Anker. Der Name ist Programm: Mit Spreeblick kann man frühstücken, herzhaft schlemmen, von Toast Hawaii bis Forelle Müllerinnen Art. Darüber hinaus wird jedes erste Wochenende im Monat freitags und sonnabends gegrillt. Wem da die schlichte Bratwurst nicht reicht, wählt das All-you-can-Eat-Grillbüffet. Es kostet 19,50 Euro pro Person. Etwa 150 Deckplätze gibt es, am beliebtesten sind die an der Reling oder im einzigen Strandkorb.

Spree-Blick Hansabrücke (Altonaer Straße/Levetzowstraße), Tiergarten, U9 Hansaplatz, tägl. 9-22 Uhr, Tel. 392 40 60, www.spree-blick.de

Treptow: Räucherfisch aus der Bordküche

7. Vor hundert Jahren schipperte der Klipper durchs holländische Wattenmeer und versorgte die friesischen Inseln mit Lebensmitteln. Seit rund zehn Jahren bewegt er sich nicht mehr von der Stelle, ankert am Spreeufer gegenüber der Insel der Jugend. Mitsamt seiner Wasserterrasse gibt es draußen Platz für rund 300 Gäste. Sonnenstühle und ein Pavillon mit Bollerofen sorgen, je nach Wetter, für große Gemütlichkeit. Kulinarisch überzeugt die Kombüse mit einer eigenen Räucherei - neben Aal, Forelle und Lachs erhalten auch Knacker und Schweinshaxen das dezente Raucharoma. Frühstück gibt es bis 16 Uhr.

Klipper Bulgarische Straße, Treptow, S 8, 9, 41, 42 Treptower Park, S 8, 9 Plänterwald, tägl. 10-1 Uhr, Tel. 53 21 64 91, www.klipper-berlin.de

Köpenick: Hier wird nur sonntags geankert

8. Auf dem Kulturgelände "Freiheit Fünfzehn", mitten in der Köpenicker Altstadt, liegt seit September 2000 das Restaurantschiff arsVivendi vor Anker - genau da, wo Dahme und Spree aufeinander treffen. Der holländische Zweimaster wurde im Jahr 1892 erbaut und ist für Events unterschiedlichster Art zu mieten. Regulär geöffnet ist nur noch sonntags zum Brunch. Von 11 bis 15 Uhr kann man für 12,80 Euro pro Person schlemmen. Getränke kosten extra. Das kalt-warme Büffet bietet Brötchen, Eierspeisen, Salate und Hauptgänge wie Lachssteak auf Spinat. Aus der hauseigenen Patisserie kommt Süßes, etwa Schokotartelettes. Reservierung ist ratsam.

arsVivendi Freiheit 15, Köpenick, Bus 167 bis Schlossplatz Köpenick, Tram 27 bis Freiheit, So. 11-15 Uhr, Tel. 67 78 80 104, www.freiheit15.de

Potsdam: Das größte Dampfschiff

9. Die Aviso war einst ein Frachter. 2005wurde sie zum Restaurantschiff umgebaut und im Tiefen See an der Schiffbauergasse fest vertäut. Der Standort inspirierte zum neuen Schiffsnamen: Der Schiffsingenieur John Barnett Humphreys betrieb eben dort eine Werft. Er ließ 1819 mit der "Fürst Blücher" das damals größte Dampfschiff in Deutschland vom Stapel. Ein geschichtsträchtiger Ort also, an dem man heute beim Matjes, Bauernfrühstück oder Eis auf einem der 100 Deck-Plätze den Sommer genießen kann.

John Barnett Schiffbauergasse 12, Potsdam, S7 Potsdam Hauptbahnhof, dann Tram 93 bis Schiffbauergasse, tägl. 11-24 Uhr geöffnet, Tel. 0331-201 20 99, . www.john-barnett.de