Best Of Berlin

Vive la France!

Am Freitag beginnt das Deutsch-Französische Volksfest. Auch andernorts ist die Grande Nation in Berlin präsent - mit Design aus Paris, Kuchen aus der Normandie und Düften der Provence

Zehlendorf: Die Süßigkeiten der Normandie

1. Didier Canets Favoriten sind derzeit Mandelcrème-Brioche, Nougat-Baisertorte und Mocca-Eclaire aus dem eigenen Geschäft. 1995 eröffnete der Franzose aus der Normandie in Zehlendorf seine erste Boulangerie-Patisserie, inzwischen gibt es vier weitere Filialen. Gebacken wird im Stahnsdorf. Französische Landbrote und Baguette kommen aus dem Holzofen. Canet bietet nicht nur Genüsse aus der Normandie, sondern aus ganz Frankreich: Croissants, Tartes und als Sommer-Schmankerl Cassistorte.

Aux Delices Normands Berliner Str. 49, Zehlendorf, Tel. 811 40 17, S1 Sundgauer Straße, Mo.-Fr. 6-18, Sbd. 6-14, So. ab 8 Uhr geöffnet

Schöneberg: Essen wie Gott in Frankreich

2. Frankreich liegt im Westen. Da leuchtet ein, dass das Kaufhaus des Westens auch das Nachbarland repräsentiert. Beim Edelbäcker Lenotre im sechsten Stock werden rund 120 verschiedene Süßgebäcksorten angeboten, darunter Croissants in zehn verschiedenen Varianten, 15 Quiches-Variationen, 25 Petit-Fours-Kreationen. An der Käsetheke sind es je nach Saison rund 300 bis 400 verschiedene Käse, beim Wein rund 1400 Positionen sowie 250 Champagner.

KaDeWe Tauentzienstr. 21-24, Schöneberg, U1, 2, 3 Wittenbergplatz, Tel. 21 21-0, Mo.-Do. 10-20, Fr 10-21, Sbd. 9.30-20 Uhr

Mitte: Designermode direkt vom Laufsteg

3. In Brüssel entdeckte Judith Diamantstein per Zufall eine Cotélac-Boutique, machte einen Großeinkauf, ohne das Label der französische Designerin Raphaëlle Cavalli zu kennen. Inzwischen gehört sie selber zu den rund 100 Betreibern exklusiver Cotélac-Boutiquen. In Deutschland ist sie die einzige. "Raphaëlle Cavalli liebt Stoffe und Techniken, arbeitet viel mit Plissées, Prints und Mustern", sagt sie. Diesen Sommer ist Afrika modische Inspirationsquelle.

Cotélac Mulackstr. 6, Mitte , U2 Rosa-Luxemburg-Platz, Tel. 53 60 40 74, U8 Weinmeisterstraße, Mo.-Fr. 12-20, Sbd. 12-19 Uhr

Tegel: Ein Pfeffersteak mit Blick auf den See

4. "Au lac", das bedeutet "am See". Am Tegeler See kocht Burkhard Sticht seit mehr als 25 Jahren vornehmlich französisch: Burgunder Schneckenragout, Zwiebelsuppe, Barbarie-Entenbrust, Steak & Frites, Mousse au Chocolat. Derzeit ist die Terrasse mit ihren 250 Plätzen und Seeblick die beliebteste Verweil-Station des gediegenen Restaurants. Der Renner ist das Pariser Pfeffersteak.

Toulouse du Lac Schwarzer Weg 71, Tegel, Tel. 433 70 63, Bus 222 bis Försterweg, tägl. ab 11 Uhr, www.restaurant-toulouse.de

Mitte: Aussichtsturm und Museum

5. Dom gleich Kirche? Nicht immer. Der Französische Dom ist ein Turm mit Kuppel, auf Französisch: dome. In den 1780er-Jahren ließ König Friedrich II. den funktionslosen Turm nach Plänen von Carl von Gontard für französisch reformierte Glaubensflüchtlinge an die Französische Friedrichstadtkirche anbauen. Heute ist der Turm Museum und Aussichtspunkt. Das Hugenottenmuseum widmet sich der Geschichte französischer Einwanderer. 254 Stufen führen zur Aussichtsbalustrade mit phantastischem Rundum-Blick. Das Glockenspiel ist mit seinen 60 Glocken das größte der Stadt. Es erklingt zwischen zehn und 18 Uhr zu jeder vollen Stunde.

Französischer Dom Gendarmenmarkt, Mitte, Tel. 229 17 60, U2 Hausvogteiplatz, Stadtmitte, U6 Französische Straße, Hugenottenmuseum: Di.-Sbd. 12-17, So. 11-17 Uhr, Eintritt 2 Euro, erm. 1 Euro, Aussichtsplattform: tägl. 10-19 Uhr, Eintritt: 3 Euro, Kinder unter 14 Jahren 1 Euro

Charlottenburg: Für Augen, Herz und Ohren

6. Frankophile könnten täglich das Institut Français besuchen. Zum Programm gehören Sprachkurse und Ausstellungen, etwa von Fotograf Antoine Tempé (Foto). Die Mediathek offeriert Bücher, Comics, Zeitschriften, CDs, DVDs. Im Filmsaal läuft am 16. Juni "La Piscine" von 1969 mit Alain Delon und Romy Schneider (14 und 16.30 Uhr, Eintritt frei). Das im Haus befindliche Cinema Paris (325 Plätze) zeigt regelmäßig auch französische Filme in Originalsprache. Ab dem 7. Juli etwa den unterhaltsamen Beziehungsfilm "Les petits mouchoirs" ("Kleine wahre Lügen", OmU). Auch bei der Fête de la Musique am 21.6. ist das Kulturinstitut dabei.

Institut Français und Cinema Paris Kurfürstendamm 211, Charlottenburg, Tel. 88 59 02 81-83 (Cinema Paris: Tel. 881 31 19), U1 Uhlandstraße, Mediathek: Di., Fr. 14-19, Mi., Do. 12-19, Sbd. 11-15 Uhr

Wilmersdorf: Der flinke Champagner-Bote

7. Der Mann auf dem Roller hat eine wichtige Fracht: Champagner. Andreas Kohlschmidt ist der Champagner-Bote der Stadt. Er liefert die französische Köstlichkeit eisgekühlt nach Hause. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Kohlschmidt beliefert Privathaushalte ebenso wie Nachtklubs, Diskotheken oder Bars, deren Vorrat sich überraschend erschöpft hat. Vor sieben Jahren hat er den Schampus-Notdienst für Moet, Veuve Clicquot, Dom Pérignon ins Leben gerufen. Geliefert wird bereits ab einer Flasche, dann allerdings ist die Zustellung mit rund 20 Euro plus Flaschenpreis am teuersten.

Champagner Notdienst Andreas Kohlschmidt, Wilmersdorf, Tel. 0163 414 28 28, www.champagner-in-berlin.de

Prenzlauer Berg: Herrliche Aromen und Gerüche

8. Lavendel ist das typische Mitbringsel aus der Provence. Die lilafarbene Zierpflanze gibt es lose, als Duftsäckchen oder Stoff-Motiv. Chefin Antje Seeck importiert Schönes aus der Provence und der Umgebung, beispielsweise Parfüms aus Grasse, ätherische Öle, Gewürze, Konfitüren und Honig aus dem Luberon, Meersalz vom Atlantik und vom Mittelmeer. Französische Kochbücher und Romane gibt es ebenfalls. Zu ihrem 80 Quadratmeter großen Laden gehört auch ein sehr schönes Café.

Maison la Provence Knaackstraße 76, Prenzlauer Berg, Tel. 86 20 07 37, U2 Eberswalder Straße, Mo.-Fr. 10-20 Uhr, Sbd. 13-18 Uhr, www.maison-la-provence.de

Mitte: Einkaufen wie an der Seine

9. Luxus zu erschwinglichen Preisen anzubieten ist die Idee des französischen Modelabels Zadig & Voltaire. Davon profitieren künftig auch hiesige Modefans. In den Galeries Lafayette, inzwischen sind sie seit 15 Jahren an der Friedrichstraße, wird am 6. Juli der erste Conceptstore des Labels in Deutschland eröffnet. Auch kulinarisch ist das französische Edelkaufhaus ganz auf die Grande Nation eingestellt. Die beeindruckende Feinkostabteilung wird pro Woche immerhin 6000 Austern los. Der teuerste der 1400 Weine ist ein Petrus Pomerol, Jahrgang 2000 für 3950 Euro.

Galeries Lafayette Französische Str. 76-78, Mitte, Tel. 20 94 80, U6 Französische Straße, Mo.-Sbd. 10-20 Uhr, www.galerieslafayette.de