Kleine Entdeckungen

Fünf Pfennige für die Sechserbrücke

Korrekt heißt sie Tegeler Hafenbrücke. Aber das klingt so gewöhnlich. Sechserbrücke hingegen: das hat etwas. Wer die Brücke einst überqueren wollte, musste fünf Pfennige Zoll zahlen. Da die entsprechende Münze als "Sechser" bezeichnet wurde, entstand so der Name Sechserbrücke.

Auch die Jannowitzbrücke in Mitte trägt diesen Zweitnamen. An Wochenenden herrscht reger Verkehr. Unzählige Fußgänger passieren die 91 Meter lange, rote Bogenbrücke, die sich am Ende der Greenwichpromenade, der Einfahrt des Tegeler Hafens zwischen Tegeler See und Tegeler Fließ übers Wasser spannt. An der einen Seite ankern Jollen von Kleingartenbesitzern, auf der anderen Seite beleben Radfahrer die Uferstraße. Schon Ende des 19. Jahrhunderts herrschte reger Ausflugsverkehr. Ein Fischer setzte die Ausflügler über. Auch für einen Sechser. Da der Ansturm immer größer wurde, baute er um die Jahrhundertwende einen Holzsteg. 1909 wurde die heutige Brücke erbaut. Der Brückenzoll war an Wochenenden weiterhin zu entrichten. Wegen der Inflation wurde er allerdings 1922 abgeschafft. Die Einnahmen deckten einfach nicht mehr den Lohn für die Brückenzollkassierer.