Unter 20 Euro

Ein Neustart mit Spar-Portion am Roseneck

Südwestlich vom Roseneck beginnt der Wald. Nur ein einzelnes, kleines Backsteinhaus steht vor dem dichten Gehölz an der Clayallee: Die Grunewaldbaude, ein denkmalgeschützter ehemaliger Kiosk aus den 20er-Jahren.

Einige Jahre beherbergte das Häuschen das "Roseneck", ein Restaurant mit mediterraner Küche. Danach stand es lange Zeit leer. Vor wenigen Wochen eröffnete dort das "Franz" mit knallroten Sitzen, schneeweißen Wänden und plastikgerahmten Bilder in schwarz-weiß-rot. Die Terrasse jedoch ist zauberhaft: Man schaut auf einen Waldweg und fühlt sich wie ein Zwerg unter den gigantischen Bäumen.

Küche und Weinkarte sind konsequent deutsch. Es gibt eine Frühstück und täglich wechselnden Mittagstisch für unter zehn Euro. A la carte wählt man zwischen Vorspeisen wie Sülze vom Neuzeller Freilandschwein (8,50 Euro) oder Waldpilzsuppe mit Preiselbeer-Schinkengelee (sechs Euro) und Hauptspeisen wie Bachsaibling unter der Kartoffelhaube (13 Euro) oder Linumer Kalbsgulasch (14,50 Euro).

Wir nehmen Spargel mit Salzkartoffeln und Sauce Hollandaise (14 Euro) sowie eine Spargelsuppe mit rohem Schinken. Die einzige Kellnerin hat den Laden auf bewundernswerte Weise im Griff. Wir werden zügig bedient, Brotkorb und Essen erscheinen in kurzen Abständen. Die Kartoffeln wurden offensichtlich aufgewärmt, zudem darf man bei einem Spargel-Hauptgericht mehr als ein halbes Dutzend Stangen erwarten. Die Spargelsuppe dagegen war rund abgeschmeckt und kam gefällig daher, genau wie das Dessert, ein luftiger Eierkuchen mit aromatischen Erdbeeren. Lediglich das versprochene Waldmeisteraroma war kaum auszumachen.

Das Franz möchte Café, Kneipe, Restaurant in einem sein. Dieser Mix scheint zumindest bei den Anwohnern anzukommen: Am Abend war kaum ein freier Platz zu finden.

Franz Clayallee 1, Schmargendorf, Tel. 53 15 71 76, tgl. ab 10.30 Uhr

Bewertung

Geschmack ***

Ambiente ***

Service *****

Preis/Leistung ***

Gesamt ***

Höchstwertung: *****