Dokumentarfilm

"Life in a Day - Ein Tag auf unserer Erde"

Die größte Herausforderung bestand wohl darin, aus über 4500 Stunden Material einen stimmigen Film zu schneiden. Ridley Scotts Produktionsfirma Scott Free und das Online-Portal Youtube hatten zuvor die Hobbyfilmer weltweit dazu aufgerufen, ihren ganz persönlichen 24. Juni 2010 mit der Kamera zu dokumentieren, und rund 80 000 Menschen leisteten dem Aufruf Folge.

Scott überantwortete das Material anschließend seinem Kollegen Kevin McDonald ("The Last King Of Scotland"), der daraus mit seinem Team "Life in a Day" formte. Der Film folgt einem streng chronologischen Prinzip - von Mitternacht bis Mitternacht - und zeigt Menschen aus allen möglichen Gegenden der Erde, wobei allerdings selten klar wird, in welcher Gegend man sich genau befindet. Es gibt einen Südkoreaner, der aus Protest gegen die Teilung seines Landes seit Jahren durch die Welt radelt. Frauen, die früh auf den Markt gegen, einen vermutlich allein erziehenden japanischen Vater in einer engen Wohnung, und es gibt allerhand Dinge, die man schnell wieder vergisst. Der gesammelte Alltag ist eben recht alltäglich - morgens steht man auf, tagsüber wird gearbeitet, nachts geschlafen. Und wenn es die Erkenntnis ist, dass die Menschen, trotz dramatisch unterschiedlicher Lebensbedingung, sich eben doch sehr ähnlich sind, dann spricht das nicht gegen den Film, es macht ihn aber auch nicht besonders aufregend.

Da wirkt der Umstand, dass sich am 24. Juni 2010 das Love-Parade-Unglück in Duisburg ereignete, wie ein Fremdkörper. Es kommt allerdings nur am Rande vor.

Dokumentarfilm: Großbritannien 2011, 95 Min, von Kevin Macdonald

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