Kleine Entdeckungen

Eine Eiche namens "Dicke Marie"

Von weitem sieht sie gar nicht so korpulent aus, die Dicke Marie.

Eher gut im Futter, stämmig. Durchmesser: 2,10 Meter. Umfang: 665 Zentimeter. Das ist XXL. Die Dicke Marie hat Ausstrahlung, wie sie da steht. Unerschütterlich. Der Wind rauscht durch ihr blättriges, ein wenig mitgenommenes Haupt und durch teils abgebrochene Äste. Sie ist eben nicht mehr die Jüngste mit 900 Jahren. Die Stieleiche gilt als ältester Baum Berlins. 26 Meter hoch steht sie direkt hinter dem Restaurant Waldhütte am Großen Malchsee. Auf dem nahen Uferweg sind Radler und Spaziergänger unterwegs. Auf dem Wasser schaukeln angeleinte Segelschiffchen, nebenan befindet sich ein Segelverein. Ein Holzzaun umrahmt den alten Baum, eine hölzerne Infotafel informiert. Setzt man sich auf die verwitterte Holzbank davor, könnte man sich in einem alten, tschechischen TV-Märchen wähnen: Es fühlt sich an, als säße man in einem Zauberwald, in dem einst eine gute Fee oder eine böse Hexe namens Marie in einen Baum verwandelt wurde. Aber es war nur eine wohlbeleibte Köchin, die zur Namensgeberin wurde. Alexander und Wilhelm von Humboldt, die ihre Jugend im Schloss Tegel verbrachten, benannten den Baum nach ihrer rundlichen Schlossköchin Marie.