Ausflugs-Tipp

Vom Birkenwäldchen aus nach Pichelsdorf und zurück

Ausgangspunkt unseres Spazierganges ist die Siedlung "Birkenwäldchen" (1.) in Höhe der Pichelsdorfer Straße 28-48, zu erreichen mit den Bussen 136 und 236. Ein Säulengang markiert den Zugang zu dem architektonischen Ensemble, das. nach den Plänen des Architekten Richard Ermisch zwischen 1926 bis 1928 erbaut wurde.

Ermisch, der unter anderem auch die Gebäude des Strandbads Wannsee entwarf, legte an dieser Stelle einen Landschaftspark an, der bis zum Ufer des Grimnitzsees reicht. Am Ende des Parks erreicht man den Tharsandweg. Dort bilden kleine Reihenhäuser eine Barriere. Vielfach lassen die Besitzer aber einen Blick durch ihre Fenster zu. So kann man an der einen oder anderen Stelle direkt durch Wohnzimmer auf den dahinter liegenden See schauen.

Um zum ehemaligen Fischerdorf Alt-Pichelsdorf zu gelangen, folgen wir anschließend der Pichelsdorfer Straße bis zur Heerstraße, überquert diese und kommt so in den alten Dorfkern. Bereits 1375 wurde das Fischerdorf erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt. Der Name bezieht sich auf den Begriff Pichel oder Pich (Pech), was auf die frühere Gewinnung von Holzteer verweist. Eines der ältesten Häuser lädt zum Verweilen ein. 1780 entstand das Gebäude Alt-Pichelsdorf 32, wo heute der "Historische Weinkeller" (2.) mit seiner gutbürgerlichen Küche untergebracht ist. Hinter dem Weinkeller biegen wir linkerhand in die Bocksfeldstraße ein. Ihr Name erinnert an den 1852 verstorbenen Maurermeister und Vorsteher der ersten Spandauer Stadtverordnetenversammlung Johann Abraham Bocksfeld. In der gleichnamigen Kleingartenkolonie am Weinmeisterhornweg verbrachte Anfang des 20. Jahrhunderts der Physiker Albert Einstein vor seinem Umzug nach Caputh seine Freizeit. Über die Straße Alt-Pichelsdorf erreichen wir den alten Dorfkern. Hier bietet sich ein Abstecher zum einzigen Berliner Tauchturm (3.) an. Der acht Meter tiefe Tauchturm der DLRG steht fast am Ende der Straße Am Pichelssee und wurde 1974 gebaut.

Anschließend überqueren wie die Heerstraße. Am Eingang zum Mahnkopfweg geht es gleich rechts zum Anleger der Stern- und Kreisschifffahrt hinunter. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Havel und die Freybrücke. Das Bauwerk ist marode und soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Östlich der Havel schließt sich mit dem Naturschutzgebiet der Tiefwerder Wiesen eines der letzten Berliner Laichgebiete für den Hecht an. Zurück geht es zunächst entlang der Heerstraße. Unterhalb des parallel verlaufenden Straßendamms führt ein kleiner, nicht schiffbarer Graben von der Südwestspitze des Grimnitzsees durch eine Uferwiese und dann weiter unterhalb der Pichelsdorfer Straße bis zum Südparkteich im angrenzenden Südpark. Gartenbaudirektor Richard Woy gestaltete 1923 diese sechs Hektar große Anlage. Gleich um die Ecke befindet sich die Freizeitanlage Südpark. Den Weg am Seeufer entlang geht es bis zur Jordanstraße. Jordan war Gastwirt und Grundbesitzer. Die Straße wurde 1873 auf seinem Grundstück angelegt. Über die Jordanstraße erreicht man wieder den Ausgangspunkt.