Film

Schamlos beim Original bedient: "Hangover 2"

Mit "Old School", "Hangover" und zuletzt "Stichtag" hat sich Todd Phillips ohne Frage als einer der großen Subversiven des gegenwärtigen Hollywood-Kinos etabliert. Seine oft brachialen, aber auch zärtlichen Komödien um Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs halten ihrem Publikum einen Zerrspiegel vor.

Nun ist Phillips mit "Hangover 2" zu seinem bisher größten Erfolg zurückgekehrt und hat sich zum ersten Mal ganz den Regeln des Filmgeschäfts unterworfen. Wieder steht eine Hochzeit bevor.

Der biedere Zahnarzt Stu Price (Ed Helms) will seiner neuen Verlobten Lauren (Jamie Chung) das Ja-Wort an einem thailändischen Strand geben. Deren Vater, ein extrem ambitionierter Geschäftsmann, spielt Lauren zuliebe mit, macht aber aus seiner Verachtung für Stu keinen Hehl. Nach einem Probe-Dinner, bei dem auch Stus Freunde Phil (Bradley Cooper), Alan (Zach Galifianakis) und Doug (Justin Bartha) sind, wollen sie, die sich seit Las Vegas als Wolfsrudel bezeichnen, zusammen mit Laurens Bruder Teddy (Mason Lee) Stus Junggesellenabschied am Strand feiern. Diesmal soll alles in geordneten Bahnen verlaufen. Doch am nächsten Morgen wachen Stu, Phil und Alan in einem schäbigen Hotel in Bangkok auf. Die Erinnerungen an die Nacht davor sind ausgelöscht, und Teddy ist verschwunden, bis auf einen Finger, der in einem Wasserglas schwimmt. Was daraufhin passiert, wirkt wie eine Blaupause des ersten Films. Derart schamlos hat sich lange kein Sequel mehr bei seinem Original bedient. Nicht eine Idee oder Wendung ist neu.

Dabei wird Bangkok , anders als Las Vegas, zu einem austauschbaren Hintergrund. Von der subversiven Kraft seines Vorgängers ist nichts übrig, stattdessen regieren hier nichts als eine spießige Drastik und der übliche Fäkalhumor. Selbst zu seinen Figuren, die er noch so genau und liebevoll gezeichnet hat, fällt Phillips nichts mehr ein. Sein ganzes Ensemble bewegt sich wie auf Autopilot durch einen Film, dessen Dreh wohl kaum mehr als ein verlängerter Hollywood-Betriebsausflug war.

Komödie: USA 2011, 102 Min., von Todd Phillips, mit Bradley Cooper, Zach Galifianakis, Justin Bartha, Ed Helms, Jamie Chung

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