Ausstellung

Max Scheler: Von Konrad A. bis Jackie O.

Er kam in der Welt herum, als das Reisen zu fremden Erdteilen noch ein großes Abenteuer war. Seine Bilder konnten noch jenes exotische Flair verströmen, das dem Publikum mal wohlige Schauer über den Rücken jagte oder es amüsiert schmunzeln ließ.

Der Fotograf Max Scheler (1928-2003) fuhr in den fünfziger und sechziger Jahren in die USA und nach China und brachte von dort Aufnahmen mit, die anschließend in "Stern", "Look" und "Life" gedruckt wurden.

Man sieht einen stolzen Martin Luther King mit seiner Familie beim Kirchgang, amerikanische Blondinen sich am Pool räkeln, neben ihnen ein Schild mit der Versicherung, man sei hier nach der Zündung der Atombombe gegen Niederschläge geschützt.

Die Bilder aus seinem Nachlass zeigen neben Porträts u.a. von Adenauer und Mrs. Kennedy auch Aufnahmen aus Deutschland, die kaum weniger schaurig-schön wirken wie die von anderen Kontinenten. Scheler wusste, dass gleich hinter dem Idyll der Schrecken liegt; er starb 2003, sein unbestechlicher Blick zieht unverändert in seinen Bann.

Ausstellung: Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, Kreuzberg, Tel.: 25 99 37 85. Bis zum 31. Juli Di-So 12-18 Uhr. Personalausweis erforderlich