Unter 20 Euro

Die köstlichen Hühnerfüße der kantonesischen Köche

Auf den ersten Blick irritiert bei Just Dim Sum das Ambiente: In den Fenstern liegen Äste, die zu großen Nestern gedreht sind. An den Decken schimmern Schirmlampen in Grün, Rot und Gelb, die Stühle sehen eher afrikanisch aus. Ein Blick auf die Speisekarte beweist dann aber doch: Man befindet sich in einem chinesischen Restaurant.

Zuerst sollte man dort die Dim Sum probieren. Das sind hausgemachte, gedämpfte Teigtaschen, die mit variationsreichen Füllungen zu haben sind, etwa mit Schweinefleisch, Gemüsepaste, Garnelen, Bambussprossen und Hühnerfleisch mit Shitake Pilzen. Die durch den Dämpfungsprozess leicht wässrigen Dim Sum sind nicht jedermanns Sache, werden hier aber von den beiden kantonesischen Köchen in guter Qualität zubereitet. Die Preise liegen zwischen 2,80 bis 5,80 Euro für vier Stück. Acht Sorten kosten 7,80 Euro. Dazu trinkt man Grünen Tee, das Kännchen für 1,90 Euro.

Besitzer Huanren Chen ist Bruder der Chefin der Berliner Restaurant-Kette Ming Dynastie. Er setzt auf authentische Kanton-Küche. Die bietet für uns Mitteleuropäer vielleicht etwas Gewöhnungsbedürftiges wie Schweinerippchen mit Schwarze-Bohnen-Sauce, gekochte Hühnerfüße mit Knoblauch und Peperoni oder Rinderinnereien in der Reisnudelsuppe. Herr Chen seufzt tief, wenn man ihn fragt, ob denn Berliner Gäste so etwas ordern. Eher nicht, antwortet er. Deshalb gibt es mittlerweile auch eine Sauer-Scharf-Suppe für 2,80 Euro.

Im Angebot sind viele altbekannte Gerichte, auch eine gut gewürzte, gebackene Ente, der ein wenig mehr krosse Konsistenz gut getan hätte. Mit einer vorzüglichen Hühnerbrühe vorneweg für insgesamt 7,80 Euro war die Ente aber durchaus überzeugend. Den Mut allerdings, die Nummer 86 zu bestellen haben wenige Gäste. Dahinter verbirgt sich eingelegtes Gemüse mit Schweinedarm.

Just Dim Sum Ansbacher Straße 8, Tiergarten, Tel. 54 83 64 22, tgl. 12-23 Uhr

Bewertung

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