Ausflugs-Tipp

Vom Spandauer Rathaus ins Staakener Feuchtgebiet

Der gut einstündige Ausflug beginnt am Bahnhof Spandau, von hier aus führt der Weg an der Bahntrasse entlang zur Grünanlage Lindenufer an der Havel (1). Links voraus sehen wir Spree und Havel zusammenfließen.

Am befestigten Ufer liegen Frachter, dort starten Ausflugsschiffe ihre Touren bis nach Wannsee, Potsdam oder in die City - darunter die mehr als 100 Jahre alte urige "Heiterkeit". Die rot geklinkerten Festungsreste an der Rückseite von Rathaus und Kulturhaus bilden das sogenannte Batardeau, mit dem einst der Wasserstand im Stadtgraben reguliert wurde.

Unter der Bahnbrücke hindurch erreichen wir auf dem Uferweg nach gut zehn Minuten den Ziegelhof (2), wo der Bullengraben unterirdisch in einem Rohr in die Havel mündet. Südlich am Uferweg wird derzeit eine Grünanlage gebaut, an der ein Terminal für Flusskreuzfahrtschiffe geplant ist. Dort lag im ersten nachchristlichen Jahrtausend eine florierende slawische Siedlung auf dem Burgwall - sozusagen "Ur-Spandau". Nach dem ersten Jahrtausend wurde die Siedlung aufgegeben, als deutsche Eroberer auf dem Areal der heutigen Zitadelle Befestigungen errichteten und eine eigene Stadt gründeten, die heutige Spandauer Altstadt.

Am Ziegelhof gibt es für die nächsten fünf Kilometer die letzte Möglichkeit zu Rast und Einkehr im Casino des dortigen Sportplatzes. Eine lang gestreckte Grünanlage mit einem "Blumenbach" in der Mitte, der den unterirdischen Bullengraben symbolisiert, führt zur stark befahrenen Klosterstraße. Nun sind es nur noch wenige Meter der hektischen Stadt bis zum Grünzug. 17 Brücken kreuzen den Weg entlang von Feucht- und Nasswiesen, Bruchwäldern, Nass- und Feuchtseen, die wetterbedingt zeitweise austrocknen können.

Mal schmaler, mal breiter zieht sich der Weg Richtung Westen, vorbei an Laubenkolonien und Eigenheimen, Hochhaussiedlungen und Industriegebieten. Wir sind der Stadt noch immer nahe, aber gleichzeitig in einer anderen Welt. Den breit asphaltierten Weg teilen sich Spaziergänger, Inliner und Radfahrer. Hunde jagen über die Wiesen, erfrischen sich im flachen Wasser des Bullengrabens und toben durch das hohe Gras der Böschung, obwohl dort Leinenpflicht herrscht.

In den breiten Bereichen des Grünzugs gibt es Spielplätze, den größten und abwechslungsreichsten am Magistratsweg (3). Bald erreichen wir Staaken mit seiner weiten Seenlandschaft. Linkerhand ist die Kuppe des Erholungsgebiets Hahneberg zu sehen. Wir kreuzen den Berliner Mauerweg und kommen über einen Metallsteg zum Nennhauser Damm, von wo aus es nur noch ein kleiner Schlenker bis zur Dorfkirche Alt-Staaken ist, deren Architektur barocke und klassizistische Elemente enthält. Im Grenzbereich liegend, wurde sie zum Symbol von Teilung und Vereinigung. Mit dem Bus M 32 geht es zurück zum Rathaus Spandau.