Kleine Entdeckungen

Die verbliebenen Steine

Moosbelag glättet die tiefen Fugen verschlungener Ornamente. Der tiefgraue Stein liegt auf grasüberwucherter Fläche: Die Kapitell-Stücke im Schatten des TU-Hauptgebäudes sehen aus wie stumme Posten.

An der Straße des 17. Juni Nummer 135 wurde 1884 das Hauptgebäude der Königlichen Technischen Hochschule eingeweiht. Ein Symbol für den Aufbruch ins technische Zeitalter. Der Monumentalbau im Stil italienischer Hochrenaissance war Kernstück einer erfolgreichen Institution. Als erste Technische Hochschule Deutschlands erhielt sie 1899 das Promotionsrecht. Die Historie des Hauses hat Schattenseiten. Unter dem Nationalsozialismus wurde es zur geistigen Waffenschmiede aufgerüstet. Nach der Bombardierung Berlins lag es in Trümmern. 1946 neu gegründet und in "Technische Universität" umbenannt, erhielt die Einrichtung eine humanistische Neuausrichtung. Der Bruch mit der Vergangenheit war auch ein architektonischer. Das 1965 nach Entwürfen von Kurt Dübbers errichtete Hauptgebäude - ein zehngeschossiger, aluminiumverkleideter Bau mit Audimax - symbolisiert die Moderne. An das alte Gebäude erinnert eine großformatige Fotografie von 1885 im ersten Zwischengeschoss. Und die vier steinernen Fragmente.