Kleine Entdeckungen

Ein Bad für Baumstämme

Der Sommer kommt. Die Menschen strömen in den Treptower Park, viele sonnen sich im Gras, manche lesen, andere spielen Fußball oder Frisbee. Es ist kaum möglich, einen ruhigen und sonnigen Platz zu finden - außer man kennt den Karpfenteich.

Das Areal liegt im Südosten des Parks, versteckt hinter hoch gewachsenen Bäumen. Einige stehen so schräg am Ufer, dass ihr Stamm im Wasser liegt. Eine leichte Brise lässt die Blätter rauschen. Vereinzelt sitzen Menschen am Ufer. Ein guter Platz, um einem Mandarin-Entenpaar zuzusehen, wie es ungestört über den See gleitet. Der vier Hektar große See wurde im Jahre 1880 gestaltet. Die Entwürfe stammen von Gustav Meyer, er war Lenné-Schüler und erster Stadtgartendirektor von Berlin. Für Zu- und Ablauf sorgt der Heidkampgraben, ein kleiner Kanal zwischen Spree und dem Britzer Verbindungskanal. In unmittelbarer Nähe befinden sich das 1946 bis 1949 errichtete Treptower Ehrenmal mit der rund 13 Meter hohen Bronzefigur des sowjetischen Soldaten und die 1908 errichtete Archenhold Sternwarte. Es herrscht eine wunderbare Stille. Nur von der angrenzenden Straße Am Treptower Park ist das Rauschen des Autoverkehrs zu hören. Mitten in einer Großstadt ist das wohl kaum zu vermeiden.